Quiz-Sendungen Der mit dem Kreuzworträtsel gewinnt

Rätselrater haben gute Chancen bei "Wer wird Millionär" abzuräumen. Einer Studie zufolge schlagen sich Hausfrauen und Arbeiter in der Quiz-Show besser als Akademiker.

Obwohl ein Professor als erster die Millionenfrage knackte, hat Joachim Prinz von der Universität Witten/Herdecke jetzt gezeigt, dass nicht Professorenweisheiten, sondern das Wissen aus Kreuzworträtseln und dem Alltag die Voraussetzung fürs Gewinnen ist.

Freise

Er hat es als erster geschafft eine Millionen zu gewinnen: Eckhard Freise.

(Foto: AP)

Prinz, promovierter Mitarbeiter am Reinhard-Mohn-Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke, hat in einer empirischen Untersuchung 149 Kandidaten der Sendungen zwischen September 2002 und Mai 2003 unter die Lupe genommen.

"Vor dem Hintergrund meiner Ergebnisse lässt sich die These nicht halten, dass 'höher gebildete' Menschen mit ihrem vermutlich höheren Niveau an Allgemeinbildung und Intelligenz auch tatsächlich mehr Geld einspielen als Nicht-Akademiker", sagt Prinz.

Erstens sei das Spektrum der Fragen selbst für hoch gebildete Menschen zu breit gefächert. Und zweitens sei es eben nicht das in langen Studienjahren erworbene Wissen, sondern vielmehr das aus dem alltäglichen Leben (Freizeit, Kreuzworträtsel), was zum Erfolg in der Quiz-Show führe.

Prinz selbst hat sich noch nie bei der Sendung von Günther Jauch beworben. Auf die Idee, die Millionärsanwärter zu untersuchen war er gekommen, weil er für seine Doktorprüfung einen Vortrag halten musste. Da habe er sich gedacht, "es wäre doch spannend zu wissen, wie sich die Kandidaten unterscheiden", sagte Prinz der Nachrichtenagentur AP.

Der Durchschnittskandidat erreicht übrigens die elfte Fragerunde und erzielt einen Gewinn von knapp 40.000 Euro.

(sueddeutsche.de/dpa/AP)