Nach Darstellung von Meteomedia beeinflussten die Vorwürfe gegen Kachelmann das Tagesgeschäft nicht stark. "Kunden und Mitarbeiter unterstützen Meteomedia loyal unter dem Motto 'Jetzt erst recht'". Kachelmann werde sein Amt jedoch zunächst ruhen lassen, heißt es in einer Mitteilung der Firma, um sich "auf seinen Prozess vorzubereiten".

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Die Wartezeit verkürzt Kachelmann mit einem neuerlichen Angriff nach vorne: Seine Anwälte haben Dienstaufsichtsbeschwerden gegen ermittelnde Behörden eingereicht. Die Beschwerden richteten sich gegen die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Karlsruher Generalstaatsanwaltschaft, bestätigte ein Sprecher des Justizministeriums einen entsprechenden Bericht der Zeitung Sonntag Aktuell. Das Ministerium, das für die im Juni eingereichte Beschwerde gegen die Karlsruher Behörde zuständig ist, habe diese aber bereits als unbegründet abgewiesen. Zum Stand der Beschwerde gegen die Mannheimer Staatsanwaltschaft lagen ihm keine Informationen vor.

Als Begründung für die Dienstaufsichtsbeschwerden hatte Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker gegenüber der Sonntag Aktuell erklärt, die Staatsanwaltschaft Mannheim sei "von blindem Jagdeifer auf einen Prominenten gepackt" gewesen. Er und Strafverteidiger Reinhard Birkenstock werfen den Behörden vor, nicht oder zu spät einzelnen Hinweisen nachgegangen zu sein. Sie gehen vom Racheakt einer enttäuschten Geliebten aus. 

Geliebten-Parade zum Prozessauftakt geplant

Wenige Tage nach seiner Entlassung am 29. Juli hatte Kachelmann bereits vom Springer-Verlag Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Euro gefordert und eine einstweilige Verfügung gegen das Nachrichtenmagazin Focus erwirkt. Das Blatt hatte detaillierte Informationen aus Ermittlungsakten veröffentlicht, die auf angebliche sexuelle Praktiken schließen ließen.

Der Prozess beginnt am 6. September vor dem Landgericht Mannheim - und dürfte, wie der Spiegel herausgefunden haben will, Aufsehen erregend starten: mit den Aussagen etlicher Ex-Geliebter des Moderators.

Kachelmann steht unter Verdacht, seine Geliebte vergewaltigt zu haben, was der Moderator bestreitet. Bei einer Verurteilung drohen ihm zwischen fünf  und 15 Jahren Haft.

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(sueddeutsche.de/apn/kat/aho)