Kaugummikauen und Reden im Unterricht sind an amerikanischen Schulen Grund für Prügel. Dabei züchtigen Lehrer schwarze Schüler öfter als Weiße.
In zahlreichen US-Schulen ist körperliche Züchtigung offenbar noch immer an der Tagesordnung: Im vergangenen Schuljahr wurden mehr als 200.000 Schüler von Lehrern mit dem Stock geschlagen. Das teilten die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und die Bürgerrechtsinitiative American Civil Liberties Union (ACLU) mit. Im Jahr 2000 seien es noch etwa 340.000 Schüler gewesen.
In 21 US-Bundesstaaten dürfen Lehrer ihre Schüler züchtigen. Einige Kinder erleiden dabei schwere Verletzungen. (© Foto: iStock)
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Besonders im Süden der USA, in den Bundesstaaten Texas und Mississippi, würden Schüler regelmäßig für kleine Ungezogenheiten wie Kaugummikauen oder Reden im Unterricht mit körperlicher Züchtigung bestraft, geht aus dem Bericht der Organisationen hervor. Schon eine Missachtung der Kleiderordnung sei ein Grund für Schläge, die meist mit einem Stockhieb auf das Hinterteil erfolgen.
"Wenn man mit den Lehrern und Verantwortlichen der Schule spricht, rechtfertigen sie sich damit, dass es schnell und effektiv sei - und sie haben leider recht", so Alice Farmer, Autorin des Berichts.
Schwarze werden häufiger geschlagen als Weiße
Der Nachrichtensender CNN sprach mit Mutter Andrea Cancellare, deren damals zehnjähriger Sohn geschlagen wurde, weil er einen Radiergummi durch den Klassenraum geworfen hat. Sie schrieb einen Brief an die Schulleitung in Alpine (Bundestaat Texas), mit der Bitte, solche Maßnahmen in Zukunft zu unterlassen - keine Reaktion. Die Schule habe den Brief angeblich nie bekommen, so CNN weiter.
Laut der Studie würden schwarze Schüler in den südlichen Bundesstaaten doppelt so oft von ihren Lehrern geschlagen wie weiße. Im besagten Schuljahr machten schwarze Schüler 17,1 Prozent der Gesamtschüleranzahl der USA aus. Mehr als ein Drittel (35,6 Prozent) würden laut der Studie von ihren Lehrern gezüchtigt. Schwarze Mädchen würden angeblich doppelt so häufig körperlich bestraft wie ihre weißen Klassenkameradinnen.
Die Studie der Organisationen, die auf mehr als 175 Befragungen von Kindern, Lehrern, Eltern und Behörden basiert, dokumentiert auch Fälle, bei denen Kinder durch Prügel schwere Verletzungen erlitten. Es seien Jungen und Mädchen mit geistigen und körperlichen Schwächen geschlagen worden.
Nachsitzen sei die bessere Methode
In 21 US-Bundesstaaten ist die körperliche Züchtigung erlaubt, in 13 werde laut eines Berichts des US-Bildungsministeriums davon Gebrauch gemacht: in Missouri, Kentucky, Texas, Oklahoma, Arkansas, Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia, South Carolina, North Carolina, Tennessee und Florida.
Human Rights Watch und ACLU fordern ein landesweites Verbot der Prügelstrafe in den USA. Nachsitzen oder pädagogische Unterstützung seien bessere Maßnahmen, um Schüler zu disziplinieren. "Jede Schule benötigt effektive Methoden, um den Schülern Disziplin beizubringen", sagte Farmer. Werden Kinder jedoch geschlagen, brächten Lehrer ihnen gewalttätiges Verhalten bei und verhinderten keine künftigen Regelverstöße.
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(AFP/pir)
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Und die SZ diskreditiert sich, indem sie sich auf die reißerische Darstellung einer ohnehin dünnen Studie stürzt offensichtlich, ohne diese in vollem Umfang gelesen zu haben.
Ich bleibe bei meinem Urteil. Die Studie ist höchst tendenziös. Indem die Untersuchung, aus nur 181 Befragungen bestehend, zudem noch auf Staaten/Schuldistrikte/einzelne Schulen beschränkt wird, von denen man von vorneherein weiß, daß sie das gewünschte Ergebnis liefern und dann so tut, als ob dies für ganz USA gelte, diskreditiert sie sich selbst. (Der löbliche Ansatz Prügelstrafe in Schulen landesweit per Gesetz zu verbieten bleibt davon natürlich unberührt. Jedoch bedürfte es für dieses Anliegen keiner tendenziösen Studie).Und die SZ diskreditiert sich, indem sie sich auf die reißerische
Auf S. 47 ist zu lesen, daß schwarze männliche Schüler 2,1 mal mehr geschlagen werden als weiße Jungen. En passant wird erwähnt, daß native American boys (Jungen indianischer Abstammung) 3,2 Mal mehr geschlagen werden als weiße Jungen, also noch häufiger als schwarze. (Allerdings wird diese Zahl sofort wieder fallengelassen und nicht weiter verfolgt, denn das läßt sich politisch nicht so gut als Rassendiskriminierung verwerten). Auf S. 75 wird immerhin zugegeben, daß das häufigere Schlagen schwarzer Schüler daran liegen könne, daß sie sich einfach schlechter benähmen, daß man aber dieser Frage nicht nachgegangen sei. Auf S. 85 wird erwähnt, was ich schon vermutete:(...)Not all (states) train their teachers in appropriate, non-violent disciplinary actions. Und natürlich wird auch nicht gefragt, wieviel dieser schlecht ausgebildeten Lehrer selber Schwarze sind, die aus schlagenden Familien stammen und die unselige Tradition weitergeben. Ab S. 88 werden die Möglichkeiten des elterlichen Opt-Out (von körperlicher Züchtigung ihrer Kinder) dargestellt.
@suedle
Danke für den Link zur Studie. Ich habe diese in Teilen genau gelesen, in Teilen überflogen.Der Artikel der SZ gibt leider nur die sehr allgemeine, vorangestellte Zusammenfassung der Studie wieder. Ab S. 11 wird die Methodologie vorgestellt. Die genaue Lektüre dieses Kapitels ergab, daß sich die Studie erklärtermaßen FAST AUSSCHLIESSLICH zwei Südstaaten zuwandte (Texas und Mississipi), in denen körperliche Züchtigung (nach allen schon vorhandenen Statistiken) am weitesten verbreitet war.(Und davon wieder counties und Schulen, die besonders für Schlagen berüchtigt waren. Privatschulen wurden gar nicht berücksichtigt). Insgesamt wurden 181 Befragungen durchgeführt. Wie hoch der Anteil der schwarzen Schüler in diesen Schuldistrikten (gegenüber dem Landesdurchschnitt von 17,1%) war, wird nicht gesagt. Ob die Angaben der Befragten über den Grund des paddling der Wahrheit entsprachen, wurde offenscithlich nicht überprüft. Es gab offensichtlich kein double-check-Verfahren. (Erklärung: Paddling - Schäge werden mit einem einem Paddel ähnlichen Instrument ausgeführt).Auf S.34 steht zu lesen, daß Schüler häufig das Paddling in der Schule selber bevorzugen, denn sie befürchten schlimmere Schläge zu Hause, wenn die Eltern vom Verstoß benachrichtigt werden. Auf S. 24 wird berichtet, daß 80% der Eltern beim Schlagen kooperieren, indem sie dieses ausdrücklich erlauben oder daß sie selbst in die Schule kommen, um die körperliche Züchtigung durchzuführen. Auf S. 43 wird aufgeführt, daß special education students (Sonderschüler) besonders häufig geschlagen werden, weil sie aufgrund ihrer speziellen Behinderung besonders stark negativ auffällig würden und den Unterricht störten. (Anm: Andererseits dürfen diese Schüler per Gesetz auch nicht in Sonderschulen/Sonderklassen unterrichtet werden, sondern müssen in den normalen Schulvollzug aufgenommen werden).
Da die SZ Worte wie Qu@tsch und Uns*nn hier nicht veröffentlicht, gibt's jetzt noch eine "jugenfreie" Version meines Kommentars zum do*fen Kommentar von Flyer50:
Es ist wirklich lange her, dass ich so einen Qu@tsch gelesen habe.
Wie verträgt sich Ihre Selbstbeschreibung als "Hinterfrager" eigentlich damit, dass Sie völlig unreflektiert Uns*nn nachplappern?
Paging