Nach acht Monaten in türkischer Untersuchungshaft darf der 17-Jährige Marco nach Hause fliegen. Der Prozess wegen sexuellen Missbrauchs geht trotzdem weiter.
Marco W. kommt frei und darf Weihnachten mit seiner Familie verbringen. Das Schwurgericht in Antalya entschied am Freitag überraschend, den 17-jährigen Deutschen, gegen den in der Türkei ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs läuft, aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
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"Wir sind glücklich", sagte Marcos Vater beim Verlassen des Gerichtssaals unter Tränen. Auch darum: Marco darf nicht nur seine 20-Mann-Zelle im Gefängnis in Antalya verlassen, die Richter erlauben ihm sogar die Ausreise. Das Gericht habe mitgeteilt, es benötige noch weitere Informationen, darum sei eine Fortdauer der Haft nicht angemessen, so die Anwälte Marcos in Antalya. Am 1. April muss Marco zum nächsten Verhandlungstermin zurückkehren in die Türkei, der Prozess geht dann weiter.
Bislang waren alle Anträge der Anwälte Marcos auf Haftverschonung vom Gericht abgelehnt worden. Am achten Verhandlungstag am Freitag war jedoch die Ausgangslage eine andere: Zum ersten Mal lag dem Gericht eine amtliche Übersetzung der Aussage des angeblichen Opfers Charlotte vor, ein Umstand, der von den Anwälten Marcos schon im Vorfeld positiv beurteilt worden war.
Charlottes Anwalt Ömer Aycan kündigte nach der Entscheidung an, er wolle Marcos Freilassung anfechten: "Wir sind der Meinung, er sollte für die Dauer des Prozesses in Haft bleiben." Mit seiner Entscheidung kommt das Gericht der Forderung vieler Kritiker entgegen, die zuletzt gesagt hatten, die Dauer der Untersuchungshaft stehe in keinem Verhältnis mehr zu dem Fall.
,,Die Untersuchungshaft darf nicht selbst zur Strafe werden'', meinte Mehmet Iplikcioglu, der türkische Anwalt Marcos. Allerdings trauten Marcos Anwälte wohl ihren eigenen optimistischen Prognosen nicht ganz: Sie hatten kurz vor der Verhandlung in Antalya auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingeschaltet. Dort war am Donnerstag eine Beschwerde gegen die Untersuchungshaft eingegangen, die nun offenbar nicht mehr notwendig ist.
Ausgestanden ist die Sache damit noch lange nicht: Marco bleibt Angeklagter. Das Ende der Untersuchungshaft bedeutet aber, dass er die weiteren Prozesstermine als freier Mann wahrnehmen darf. Aus Sicht der türkischen Justiz ist er zur Teilnahme verpflichtet, durchsetzen könnte sie seine Anwesenheit aber nicht, sagte der Kölner Rechtsprofessor Thomas Weigend der Deutschen Presse-Agentur.
Marco W. steht in Antalya vor Gericht, weil ihn die 13-jährige Britin Charlotte der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Die beiden hatten sich in den Osterferien im türkischen Ferienort Side kennengelernt. In der Nacht vom 11. April kam es im Hotelzimmer von Charlotte zu jenem Vorfall, der vor Gericht untersucht wird. Marco spricht von einvernehmlichen Zärtlichkeiten, sagt, Charlotte habe sich als 15-Jährige ausgegeben; die hingegen sagte aus, Marco sei zudringlich geworden, als sie schon eingeschlafen war.
Zum Geschlechtsverkehr war es dem Bericht des untersuchenden Arztes zufolge nicht gekommen. Die Anzeige gegen Marco bei der türkischen Polizei stellte am Morgen danach Charlottes Mutter. Bislang sind das Mädchen und ihre Familie jedoch nicht zum Prozess erschienen; Charlottes Anwalt verwies darauf, dass sie sich in ihrem Heimatort in Therapie befinde.
Als deutscher Staatsbürger könne er nicht an die Türkei ausgeliefert werden, aber in Abwesenheit verurteilt werden. Theoretisch sei es möglich, dass gegen ihn, parallel zum Verfahren in der Türkei, auch in Deutschland ein Prozess geführt wird. Marcos Untersuchungshaft müsste dann in Deutschland angerechnet werden.
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Urteil des Amtsgerichts Erding
ich weiß nicht, warum mein ursprünglich eingetragener Beitrag nicht erscheint.
Ich schrieb:
Wir in unserem "aufgeklärten" Deutschland brauchen uns gar nicht über die Türkei aufregen!
Hier gehört es zur Tagesordnung, dass Männer - meist Väter wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt werden, um sie von ihren Kindern zu entzweien. Das in über 95 % aller Fälle daran nichts ist, zeigt sich erst nach langen Prozessen, während derer diese Männer wie der letzte Dreck behandelt werden.
Jeden Tag ein totes Baby - ermordet von der eigenen Mutter, jeden Tag 400 Kinder, die per Gerichtsbeschluß oder durch ungesetzliches Handeln der Mütter von ihren Vätern getrennt werden und etwa jeden 5. Tag ein echter Kranker, der in dieser krankmachenden Gesellschaft sich an einem Kind vergreift.
Was meint ihr, wie ist die Darstellung der Relation in den Medien?
Dieses Mädchen hat provoziert. Im festen Bewusstsein, dass sie dem Jungen eine auswischen kann. Sie hatte "Lust" und den Jungen betört. Er sieht auch nicht gerade aus, wie ein Aufreisser, er hat einfach die "Gunst der Stunde" genutzt. Seine Schuld! Stimmt. Er hätte sich auch zurück halten können - müssen, nach dem Ausweis fragen.
Aber das Mädchen hat gelogen und betrogen, sie hat getäuscht - so wie es viele Frauen ungestraft tagtäglich machen können - und bis zu einem bestimmten Grad mitgemacht - und bleibt straffrei. Wird noch zur Medienlegende und macht mit ihren Interviews klingende Münze.
Ironie onIronie off