Auch Morsals Vater muss vor Gericht: Im Prozess um den Mord an der 16 Jahre alten Deutsch-Afghanin wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, seine Tochter misshandelt zu haben.

Musste Morsal O. sterben, weil ihre Familie mit ihrem Lebenswandel nicht einverstanden war? Im Hamburger Prozess um den Mord an der 16 Jahre alten Deutsch-Afghanin Morsal haben die Eltern des Angeklagten und des Opfers die Aussage verweigert. "Was soll ich sagen? Ich habe zwei Kinder verloren", sagte die völlig aufgelöste und von Weinkrämpfen geschüttelte 42-jährige Mutter am Montag vor dem Landgericht.

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Musste sie im Namen der Familienehre sterben? Undatiertes Privatfoto von Morsal O. (rechts) mit ihrer Schwägerin. (© Foto: ddp)

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In dem Verfahren muss sich Morsals 24-jähriger Bruder wegen Mordes verantworten. Er soll das Mädchen im Mai 2008 erstochen haben.

Vor der Mutter hatte auch der 47 Jahre alte Vater die Aussage verweigert. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Misshandlung Schutzbefohlener erhoben. Er soll Morsal in den Wochen vor der Tat geschlagen und getreten haben.

In dem Verfahren muss sich Morsals 24 Jahre alte Bruder unter anderem wegen Mordes verantworten. Der Angeklagte räumt die Tat an sich ein, sein Anwalt versucht jedoch, die Mordanklage zu entkräften und in Totschlag abzumildern. Die Verteidigung führt an, Ahmad O. sei bei der Tat eingeschränkt schuldfähig gewesen und habe im Affekt gehandelt.

Die ganz in schwarz gekleidete Mutter brach während ihres kurzen Auftritts vor Gericht zusammen. Laut schluchzend verließ sie - gestützt auf eine Zeugen-Betreuerin - den Verhandlungssaal. Auch der Angeklagte verlor die Fassung, weinte und schlug die Hände vors Gesicht.

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(AP/hai/mmk)