Die Mutter, die ihre beiden Söhne erdrosselt hat, ist zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht nennt die Tat "geprägt von erheblicher Brutalität".
Wegen zweifacher Kindstötung hat das Landgericht Heilbronn eine Mutter zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 38-jährige Angeklagte am 4. Oktober 2006 ihre neun und elf Jahre alten Söhne zunächst niedergeschlagen und dann erdrosselt hatte.
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Richter Norbert Winkelmann sprach von einer "fürchterlichen Tat", trotzdem blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die elf Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.
Winkelmann sagte, die Frau habe aus Verzweiflung gehandelt. Die Steuerungsfähigkeit der Angeklagten sei erheblich eingeschränkt gewesen. Sie habe alle Probleme mit den Kindern alleine getragen.
Kurz vor der Tat hatte sich die 38-Jährige von ihrem Ehemann getrennt und war zu ihrer Mutter ins Haus gezogen. Die Familie hatte massive Schulden. Die Frau sei immer depressiver geworden, sagte Winkelmann. "Sie sah alles nur noch als aussichtslos an."
Der Tat im baden-württembergischen Hessigheim ging wahrscheinlich ein Streit der Kinder mit ihrer Mutter voraus. Die Frau habe beiden Kindern vermutlich mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen und sie dann erdrosselt, sagte Richter Winkelmann.
Dann habe sie Mike und Chris ins Bett gelegt. Da es der Mutter der Frau im Haus sehr ruhig vorgekommen war schaute sie mit anderen Verwandten nach ihrer Tochter. Die toten Kinder wurden gefunden und die gelernte Friseuse daran gehindert, aus dem Fenster zu springen. Zuvor hatte sie versucht, sich mit Medikamenten selbst umzubringen. Winkelmann sagte, die Tat "war geprägt von erheblicher Brutalität".
Der jüngere Sohn Mike musste wegen seines aggressiven Verhaltens schon mehrere Jahre lang therapeutisch behandelt werden. Untereinander waren die Brüder auffallend brutal.
Die Mutter habe sich oft überfordert gefühlt, sei aber immer lieb zu den Kindern gewesen, hatten Freunde und Verwandte der Frau ausgesagt. Auch das Gericht beschrieb die Frau als "sorgende Mutter".
Der Vater hatte Probleme mit den Kindern immer geleugnet. Kurz nach der Tat rief die 38-Jährige ihren Mann an. Sie soll gesagt haben: "Ich habe dir das Liebste genommen. Du kannst jetzt kommen und mir den Schädel einschlagen."
Richter Winkelmann sagte, der Ehemann leide unter dem Verlust der Kinder.
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(AP)
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