Mit der plötzlichen Freilassung des Uelzener Schülers Marco setzt die Justiz ein widersprüchliches Signal. Denn bei dem Prozess geht es längst um viel mehr als um Schuld oder Unschuld eines deutschen Schülers.
Die Entlassung des Uelzener Schülers Marco aus der Untersuchungshaft ist als Signal der türkischen Justiz zu verstehen, dass sie die Bedeutung des Falles endlich erkannt hat. Eine Woche vor Weihnachten setzt sie ein Zeichen, das in dieser Eindeutigkeit nicht zu erwarten war und das in seiner plötzlichen Großzügigkeit auch widersprüchlich ist.
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Autokorso in Uelzen: In Deutschland freuen sich viele Menschen über die Freilassung von Marco W. (© Foto: ddp)
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Warum kann der Junge jetzt auf einmal aus der Untersuchungshaft freikommen und nach Deutschland zurückkehren, ohne Auflagen und Einschränkungen - und warum ist diese Entscheidung nicht schon vorher möglich gewesen?
Marco wird auf lange Zeit ein Gefangener seines Falles bleiben. Selbst wenn er nun nach Deutschland zurückkehrt - vor einem Prozess wird er sich nicht drücken können. Hinter der Rückkehrerlaubnis nach Deutschland steckt weit mehr als eine Freigangsbewilligung über die christlichen Feiertage hinweg. Das türkische Gericht eröffnet jetzt die Möglichkeit, dass das Verfahren vor deutschen Richtern zu Ende gebracht wird.
Was das Gericht zu diesem Schwenk veranlasst hat, ist schwer zu deuten. Der politische Druck wuchs stetig, die Beweislage verbesserte sich nicht gerade, die Nebenklägerin kooperierte offenbar nur unzureichend, und die bürokratischen Hürden standen einem schnellen Urteil nach wie vor im Weg. All dies lässt den Eindruck zu, dass das Gericht den Fall jetzt einfach nur loswerden wollte.
So einfach aber wird es nicht gehen. Marco saß auch auf der Anklagebank in einer Art Musterprozess, bei dem ein Urteil über das Justizsystem eines EU-Beitrittsaspiranten gesprochen wurde. Für den eigentlichen Fall Marco wie für seine politische Dimension bleibt deshalb die Forderung: mehr Transparenz, bitte.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Chronologie Der Fall Marco W. 14.12.2007
- Fall Marco W. Hoffen auf Weihnachten in Freiheit 14.12.2007
- Marco Weiss Anwälte hoffen auf Freispruch 27.11.2008
(SZ vom 15.12.2007)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Nun mit letzter Sicherheit werden wir (und niemand) es erfahren.
Aber ein paar Sachen stehen fest (sofern die Erde keine Scheibe ist).
1. Er hatte einen begrenzten Zeitrahmen
2. Es gab keine forensischen Spuren einer Vergewaltigung (d.h. sie müßte stillgehalten haben)
3. Virgo intakta
4. 4 tote Spermien (normal: 100 Millionen)
5. keine belastenden Zeugenaussagen
also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich keine Vergewaltigung
und wahrscheinlich auch Tatbestandsirrtum im Alter von C.
Also ist der Kommentar von Cascade richtig bösartig
Warum geht irgendjemand eigentlich her und konstruiert die Möglichkeit einer Straftat ??
So gesehen: sind wir nicht alle ein bisschen POTENTIELLE Vergewaltiger ?
Voreingenommenheit ? will er gegen den Strom schwimmen ??
@Hobbyprophet - genau das war es, eine Farce.
wollen wir hoffen, dass sie wirklich zu Ende geht, die deutschen Richter haben in letzter Zeit ja einen hang zu merkwürdigen Urteilen.
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So könnten Kommentare aussehen, wenn uns keiner aussperrt:
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so was passiert halt wenn eine ausländische politik versucht die justiz unter druck zu setzen und sich einzumischen. nächstes mal überlegen sich die politker sichs 2mal was sie sagen
Zitat axlampe: "ich habe mir ja lange überlegt, ob ich auf diesen "Kommentar" reagieren soll, und wenn ja wie ohne beleidigend zu werden .... "Beati pauperii spiritu sunt" "
Sie sind ja beleidigend geworden, also hätten Sie gar nicht so lange überlegen brauchen. Im übrigen brigt die neue Moderatorenrichtlinie nix, denn die Moderatoren können offenbar kein Latein ...
Was meinen Sie - soll ich "petzen"?
Leider hat es die Türkei versäumt, der Welt zu beweisen, daß Sie über eine unabhängige und transparente Gerichtsbarkeit verfügt. Vielmehr hat sie erkennen lassen, daß sich hinter der Fassade eines scheinbar unabhängigen Gerichts ein rückständiger und mit einem freien Europa gegenwärtig unvereinbarer Staatsapparat verbirgt.
Dir lieber Marco auf jeden Fall frohe Weihnachten.
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