Prozess in Antalya Marco W. bleibt in Haft

Keine Aussicht auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland: Das Gericht in Antalya vertagte den Prozess gegen den 17-jährigen Marco W. wieder einmal.

Der deutsche Schüler Marco W. muss weiter in türkischer Untersuchungshaft bleiben. Nach einer rund 45-minütigen Verhandlung entschied das Gericht am Freitag, den Prozess auf den 26. Oktober zu vertagen, teilten die Anwälte von Marco W. mit. Bis dahin bleibe der 17-jährige Angeklagte wegen eines "dringenden Tatverdachts" in U-Haft, sagte der Richter nach Angaben von Prozessteilnehmern.

Prozess in Antalya

Der Prozess gegen Marco W. wurde am Freitag abermals vertagt.

(Foto: Foto: dpa)

Marcos Verteidiger hatten erneut eine vorzeitige Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Das Gericht habe sich darauf nicht einlassen wollen. Die Sorge sei, das Marco dann das Land verlasse.

Dem Schüler aus dem niedersächsischen Uelzen wird vorgeworfen, die 13-jährige Charlotte aus Großbritannien während des Osterurlaubs sexuell missbraucht zu haben. Bei einer amtlichen Vernehmung in England hatte die Britin erklärt, sie sei von dem Realschüler aus Niedersachsen vergewaltigt worden. Da die Aussagen dem Gericht noch nicht offiziell vorliegen, wollten die Richter abwarten, bis diese auf dem Dienstwege in Antalya eintreffen, erklärten die Anwälte.

Der Junge bestreitet den Vorwurf. Er habe mit dem Mädchen geflirtet und geschmust - sie sei einverstanden gewesen. Marco W. sitzt seit mehr als fünf Monaten in Haft.