Von Renate Meinhof, Berlin

Das Ausmaß der Maxfield-Pleite wird nun deutlich. Nach der Insolvenz der Firma des Ehemanns von Verona Pooth werden 461 Gläubiger von ihrem Geld wohl kaum etwas wiedersehen.

Für Wolfgang Kleßen, Chef einer Berliner Textilreinigungsfirma mit neun Angestellten, geht es um 1195 Euro und 89 Cent. "Ich will auf die Pooths nicht einhauen", sagt er, "eine Insolvenz ist ein geschäftlicher Vorgang, aber für mich verlieren sie an Glaubwürdigkeit, wenn da weiter ein Hummer und ein Porsche vor deren Tür stehen."

Bild vergrößern

28. Februar, ein Ermittler trägt Beweismaterial aus der Maxfield-Zentrale: Die Insolvenz des Unternehmens war schon lange unabwendbar. (© Foto: AP)

Anzeige

Kleßen ist ein sogenannter Kleingläubiger, hatte während der Funkausstellung im vergangenen Jahr für Franjo Pooths Firma Maxfield über Nacht die Kleidung der Mitarbeiter gereinigt, sein Geld aber nie gesehen. Maxfield musste Mitte Januar in die Insolvenz gehen.

Für die Großgläubiger-die Commerzbank, die Düsseldorfer Stadtsparkasse und die Landesbank Rheinland-Pfalz-geht es um ganz andere Summen. Michael Bremen, Insolvenzverwalter von Maxfield, teilte bei einer Gläubigerversammlung am Dienstag in Düsseldorf mit, dass 461 Gläubiger Forderungen in Höhe von 27 Millionen Euro angemeldet hätten. Davon seien 19 Millionen, nach vorläufiger Prüfung, berechtigt.

Das Ausmaß der Pleite von Franjo Pooths Firma ist also offenbar größer als angenommen. Und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ehemann von TV-Star Verona Pooth wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung. Denn schon Mitte 2007, so Bremen, sei Maxfield reif für den Konkurs gewesen. Franjo Pooth wird inzwischen nicht mehr von dem erfahrenen Kölner Strafverteidiger Christian Richter vertreten. Zu den Gründen für die Mandatsbeendigung kann Richter nichts sagen, da Franjo Pooth ihn nicht von der Schweigepflicht entbunden hat.

Die 461 Gläubiger, deren Anliegen nun gesammelt auf den Tisch kamen, werden von ihrem Geld wohl kaum etwas wiedersehen. Sie hätten, so Michael Bremen, nur Aussicht auf Zahlung einer "marginalen Quote". Angesichts dieser Aussichten richten einige Gläubiger ihre Hoffnung auf die wohlhabende Ehefrau Verona, deren Vermögen laut Bild auf 15Millionen Euro geschätzt wird. Frau Pooth aber habe "keine Verpflichtungserklärungen" gegenüber den Gläubigern abgegeben. "Wer verzichtet schon gern auf sein Geld?", sagt Wolfgang Kleßen, der Unternehmer aus Berlin.

Zur Gläubigerversammlung nach Düsseldorf ist er nicht gefahren. Franjo Pooth hätte er ohnehin nicht in die Augen schauen können. Pooth ließ sich durch einen Anwalt vertreten. Wie hatte Kleßen am Schluss gesagt? "Mir geht es um das moralische Verhalten."Renate Meinhof

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(SZ vom 07.05.2008/grc)