Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zeigen, wie ein Beamter brutal auf eine am Boden liegende dunkelhäutige Frau einschlägt - aus Selbstverteidigung, wie er behauptet.
In Großbritannien sorgt ein Video für Aufsehen, auf dem zu sehen ist, wie ein Polizist mehrfach eine junge, dunkelhäutige Frau schlägt.
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Die am Donnerstag von mehreren britischen Fernsehsendern ausgestrahlten Aufnahmen einer Sicherheitskamera vor einem Club in der nordenglischen Stadt Sheffield stammen aus dem Juli 2006. Auf ihnen ist zu sehen, wie ein Polizist bei der Festnahme der 20-jährigen Toni Comer fünf Mal auf die betrunkene Frau einschlägt.
Comer war aus einem Club geworfen worden, weil sie zu viel getrunken hatte. Sie begann zu randalieren und ein Auto zu beschädigen, worauf die Polizei gerufen wurde. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Sicherheitsbeamte Anthony Mulhall und die Toni Comer nach den Schlägen eine Treppe hinunterfallen und die damals 19-Jährige sich auf dem Boden krümmt.
"Ich habe so fest wie ich nur konnte auf sie eingeschlagen"
Der Sicherheitsbeamte rechtfertigte gegenüber der "BBC" sein hartes Vorgehen als Selbstverteidigung. Comer habe ihn bespuckt, ihn beißen und ihn mit dem Knie in die Genitalien treten wollen. "Ich habe mit meiner rechten Faust so stark wie ich nur konnte auf sie eingeschlagen. Das hatte keine Wirkung, also habe ich noch zwei Mal zugeschlagen", sagte der Polizist.
Weil die Frau weiter Widerstand leistete, habe er noch einmal zugeschlagen und am Ende schließlich "brutale Gewalt" angewandt.
Das Opfer sagte hingegen aus, es habe sich um einen epileptischen Anfall gehandelt.
Die Polizei von South Yorkshire kündigte eine Untersuchung des Vorfalls durch ein unabhängiges Gremium an. Mulhall werde bis zur Klärung der Tatsachen nicht mehr in den Außendienst geschickt. Comer war am Vortag wegen Sachbeschädigung zu einer Geldbuße von 250 Pfund (umgerechnet 367 Euro) verurteilt worden.
Sie reichte im Gegenzug Zivilklage gegen die Polizei wegen ihrer Behandlung ein. Sie wies darauf hin, dass sie Epileptikerin sei und ihr Verhalten möglicherweise von einem Anfall herrührte. Gleichzeitig räumte sie ein, dass sie an dem Abend so betrunken war, dass sie sich an den Vorfall nicht erinnern könne.
(dpa/AFP)
Frauen in Saudi-Arabien
Na, da kommt es gerad recht, dass in Frankreich das Filmen von staatlicher Gewalt neuerdings nur mehr der Presse erlaubt ist. Da wären die Bilder aus der Sicherheitskamera wohl gerichtlich nicht mehr verwertbar, mindestens strafbar.
Und würde mich nicht sehr wundern, wenn wir uns in fünf Jahren im Zuge einer europäischen Harmonisierung auch hierzulande über solche Regeln unterhalten. Wo kommen wir denn da hin, wenn die Überwachung des Bürgers im öffentlichen Raum pöltzlich auch die Staatsgewalt trifft ...
fehlt nur noch, wegen ungebührlichem Benehmen in der öffentlichkeit einstweilig erschossen zu werden.
Man erkennt auf diesem Video nicht viel, aber was man sieht, ist sicher unverhältnismässig.
Die Frau war hoffnungslos weit unterlegen, das Vorgehen der Polizei in dieser Art und Gewalttätigkeit war sicher nicht gerechtfertigt.
Hier noch ein Beispiel für Polizeigewalt aus den USA:
http://www.youtube.com/watch?v=7_gFJJXLv28
...jemandem den Kehlkopf mit dem Knie abzudrücken, ist ein denkbar schlechter Weg
um jemanden "ruhigzustellen", man (selbst wenn man noch ein wenig Luft bekommt)
verfällt unweigerlich in Erstickungsangst und wird panisch.
Im Grunde kann man nur hoffen, daß man solchen "Gesetzeshütern" nicht in die Hände fällt (aus welchem Grund auch immer).
Das Gute am Medium Internet ist, daß solche übergriffe stärker öffentlich gemacht werden als dies in früheren Zeiten war.
Meine Meinung ist, daß solche extremen übergriffe hart bestraft werden müssen (Haftstrafe, fristlose Entlassung, Vorstrafe und lebenslanges Berufsverbot für alle Ordnungs-, Wach- und Polizeiberufe). Wer sich bereits in einem solchen Fall nicht
ausreichend unter Kontrolle hat, ist definitiv für den Polizeiberuf nicht geeignet.
Bei allem Verständnis, daß es im Eifer des Gefechts mal ein wenig "hakelig" wird,
aber eine körperlich weit unterlegene Person derartig zu mißhandeln, ist in jeder
Weise inakzeptabel.
Grüsse
Daisan