Polizei Mutmaßlicher Kindermörder aus Hamburg verhaftet

  • Der Mann wurde am Sonntagmittag in der spanischen Region San Sebastian verhaftet, teilte die Polizei mit.
  • Die Polizei hatte seine zweijährige Tochter am Montag tot in seiner Wohnung aufgefunden.
  • Zuvor war die Mutter bei einem Polizeikommissariat erschienen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen.

Nach dem Mord an einer Zweijährigen in Hamburg ist der tatverdächtige Vater gefasst worden. Er sei am Sonntagmittag in der spanischen Region San Sebastian verhaftet worden, teilte die Polizei mit. Nach den bisherigen Erkenntnissen führte die Flucht des 33-Jährigen über Frankreich nach Spanien.

Das Mädchen war am Montagabend im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbeck in der Wohnung seiner Eltern tot aufgefunden worden. Es wies eine Schnittverletzung am Hals auf. Die Mordkommission nahm die Ermittlungen auf. Die Mutter war zuvor bei einem Polizeikommissariat erschienen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen. Beamte seien mit der Frau zur Wohnung des Ehepaars gefahren, um den Mann aus der Wohnung zu weisen. Die Polizisten betraten allein die Wohnung und entdeckten dort den leblosen Körper der zweijährigen Tochter. Noch in der Nacht begann die Fahndung nach dem Vater.

Der Vater ist ein abgelehnter Asylbewerber aus Pakistan. Entsprechende Medienberichte hatte ein Sprecher der Ausländerbehörde bestätigt. Sein Asylantrag aus Hessen war Anfang 2012 abgelehnt worden, er wurde aber weiter geduldet. Nach der Geburt des Mädchens durfte der Pakistaner im Januar 2016 nach Hamburg ziehen. Hier stellte er einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis, der jedoch abgelehnt wurde. Dagegen legte der Vater Widerspruch ein.

Sein Anwalt erreichte mit einem Eilantrag einen sogenannten Hängebeschluss des Verwaltungsgerichts - das heißt, der Mann durfte aufgrund der familiären Bindung vorerst nicht abgeschoben werden. Bereits vor der Tat waren Ermittlungsverfahren wegen anderer Vorwürfe gegen den Mann eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Dabei gehe es um eine Körperverletzung, die sich gegen einen Sohn der Mutter aus einer früheren Beziehung richtete. Der Junge habe aber keine körperlichen Schäden erlitten.

Eine Nachbarin beschrieb den Mann als "hochaggressiv". In der Wohnung der Familie sei es oft laut geworden. Die Polizei sei einige Male gekommen, ebenso Mitarbeiter des Jugendamts. Eine Sprecherin des Bezirksamts Harburg bestätigte, dass die Familie dem Jugendamt bekannt war. Eine erste Aktendurchsicht habe ergeben, dass zweimal das Wort Kindeswohlgefährdung gefallen sei. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt. Laut Polizei gab es mehrere Fälle von häuslicher Gewalt.