Die Zahl der Piraten-Überfälle ist Anfang dieses Jahres im Vergleich zu 2008 dramatisch gestiegen - vor der Küste Somalias hat sie sich sogar verzehnfacht.

Die Zahl der Piratenüberfälle auf den Weltmeeren hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres fast verdoppelt. Der Anstieg sei vor allem auf Angriffe vor der somalischen Küste zurückzuführen, erklärte das International Maritime Bureau (IMB) am Dienstag.

Französische Soldaten befreien in einer dramatischen Aktion Landsleute aus der Hand somalischer Piraten. (© Foto: dpa)

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Weltweit kam es in dem Zeitraum zu 102 Zwischenfällen mit Piraten, verglichen mit 53 Anfang 2008, teilte das IMB mit, das zur Internationalen Handelskammer gehört und bei der Kriminalitätsbekämpfung zur See helfen soll.

Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Angriffe im Golf von Aden und vor der Ostküste Somalias von sechs auf 61. Neun Schiffe seien dort entführt worden. Allein im März sei es vor der Ostküste zu 20 Überfällen gekommen, im Golf von Aden waren es innerhalb von drei Monaten 41.

Die Piraten verüben die Angriffe trotz der Präsenz einer internationalen Flotte in dem für den Welthandel wichtigen Seegebiet. Auch Deutsche befinden sich in der Gewalt der Seeräuber.

Das IMB berichtete weiter, dass weltweit insgesamt 34 Schiffe gekapert, 29 beschossen und neun entführt wurden. Die Gewalt gegen die Besatzungsmitglieder nehme dabei weiter zu.

Neben Somalia gilt die Küste vor Nigeria als Risikogebiet für die internationale Seefahrt, wo es den Angaben zufolge zu Jahresanfang mindestens zu sieben Angriffen gekommen ist.

Unbestätigten Berichten zufolge seien es sogar 20 gewesen. Dort stünden fast alle Piratenüberfälle im Zusammenhang mit der Ölindustrie. Dagegen fiel die Zahl der Zwischenfälle in der Straße von Malakka zwischen Malaysia und Indonesien von fünf auf eins.

Somalische Piraten gaben einen vor fünf Monaten gekaperten Chemikalientanker frei. Das philippinische Schiff sei mit seiner Besatzung von 23 Mann "auf dem Weg in sichere Gewässer", teilte das Außenministerium in Manila mit. Die Zahl der Überfälle vor Somalia ist in den ersten drei Monaten des Jahres unterdessen dramatisch gestiegen.

Der philippinische Tanker Stolt Strength war mit Monophosphorsäure aus Senegal auf dem Weg nach Indien, als er im November im Golf von Aden attackiert wurde. Ein Sprecher der Reederei Sagana Shipping Inc bezeichnete die Verhandlungen über die Freilassung als äußerst schwierig. Ob Lösegeld bezahlt wurde, sagte er nicht.

Nach Angaben aus Manila sind noch 85 philippinische Seeleute in den Händen von somalischen Piraten. Nach einer Direktive der Regierung dürfen Philippiner nicht mehr auf Schiffen arbeiten, die durch den Golf von Aden fahren. Unklar ist, wie die Behörden dies durchsetzen wollen. Die Philippinen stellen weltweit 350 000 Seeleute, so viele, wie kein anderes Land.

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(Reuters/dpa/woja)