Am Samstag hieß es, der Franzose Florent Lemaçon sei möglicherweise von einer Soldatenkugel getötet geworden. Eine Autopsie werde das klären, sagte Verteidigungsminister Hervé Morin. "Man kann nicht ausschließen, dass bei dem Schusswechsel zwischen Piraten und Einsatzkommandos der Schuss von französischer Seite kam."
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Der von Piraten gekidnappte US-Kapitän Richard Phillips wollte fliehen - und scheiterte. (© Foto: Reuters)
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An Bord des französischen Segelboots Tanit waren zwei Paare und der dreijährige Sohn eines der Paare. Die Gruppe war seit Juli vergangenen Jahres auf dem 13 Meter langen Boot unterwegs und wollte nach Sansibar vor der Küste von Tansania segeln. Das Boot war am vergangenen Samstag von Piraten gekapert worden.
Den Angaben des französischen Präsidialamtes zufolge hatten die französischen Behörden am Donnerstag Verhandlungen mit den Piraten aufgenommen. Die Seeräuber hätten jedoch am Freitag ihre Drohungen verstärkt und die Angebote abgewiesen. Das Segelboot sei in Richtung Küste getrieben. Daher sei ein Militäreinsatz zur Befreiung der Geiseln beschlossen worden.
Zuständigkeitsstreit zwischen Innen- und Verteidigungsministerium
Die Bundesregierung hatte Medienberichten zufolge eine Befreiung der Hansa Stavanger durch die Eliteeinheit GSG 9 erwogen. Nach Angaben des Magazins Der Spiegel scheiterte die Aktion aber daran, dass die Seeräuber das Containerschiff der Hamburger Reederei Leonhardt und Blumberg zu schnell zu ihrem Stützpunkt in der Bucht von Harardere an der somalischen Küste brachten. Laut Focus kam es zudem zu einem Zuständigkeitsstreit zwischen dem Bundesinnenministerium und dem Verteidigungsministerium.
Derzeit befinden sich 18 Schiffe in den Händen somalischer Piraten, allein fünf von ihnen wurden seit dem vergangenen Wochenende gekapert. Etwa 270 Geiseln aus aller Welt warten auf ihre Befreiung.
Am Freitagabend gaben somalische Piraten den norwegischen Chemie-Tanker Bow Asir frei. Wie die Reederei "Salhus Shipping" mitteilte, blieben alle Besatzungsmitglieder des Tankers unversehrt. Das Schiff war am 26. März etwa 900 Kilometer vor der Küste von Kenia von mehr als einem Dutzend mit Maschinenpistolen bewaffneten Piraten gekapert worden. Die norwegische Reederei soll angeblich ein Lösegeld von 2,4 Millionen Dollar - umgerechnet 1,8 Mio Euro - gezahlt haben.
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(SZ/dpa/AFP/AP/Reuters/dmo/af)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld