Französische Soldaten haben das Entführungsdrama um die beiden Segler beendet. Offenbar war auch die Bundeswehr an der Befreiungsaktion beteiligt.
Zwei Wochen nach der Entführung zweier französischer Segler vor der somalischen Küste hat die französische Armee die beiden Geiseln befreit. Bei der Befreiungsaktion, an der rund 30 französische Soldaten eines Kommandounternehmens teilnahmen, sei einer der mutmaßlichen Entführer getötet worden, teilte das Büro von Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Dienstag mit.
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Die französische Yacht Carre d'As IV wurde von Piraten entführt. Nicolas Sarkozy schickte nun die Armee, um die beiden Segler zu befreien. (© Foto: Reuters)
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Sechs weitere Piraten seien festgenommen worden. Die beiden Franzosen seien wohlauf. Sarkozy habe am Montagabend die Rettungsaktion angeordnet, hieß es.
Laut Sarkozy hat auch die Bundeswehr bei der Befreiungsaktion Unterstützung geleistet. Neben Deutschland sei noch Malaysia an der Aktion vor der Küste des ostafrikanischen Landes beteiligt gewesen.
Einzelheiten wollte er nicht nennen, um künftige Aktionen nicht zu gefährden. "Wir müssen unsere Soldaten schützen." Die Kommandoperation sei eine "Warnung" an alle, die versuchten, mit Piraterie Geld zu machen, sagte Sarkozy. "Frankreich nimmt nicht hin, dass sich Verbrechen auszahlt", sagte er.
Der Staatschef forderte den Aufbau einer internationalen Hochsee-Polizei, um die "Verbrechensindustrie" zu stoppen. Seeräuberei sei kein isoliertes Problem mehr, Piraten schlügen immer weiter von den Küsten entfernt zu. Er kündigte an, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Vorschlag einzubringen.
Die Zahl der Überfälle vor Somalia und im Golf von Aden ist in diesem Jahr buchstäblich explodiert. An den somalischen Küsten werden laut Sarkozy derzeit mindestens 150 Menschen und 15 Schiffe festgehalten.
Das befreite Ehepaar hatte eine Segeljacht von Australien nach Frankreich überführen wollen. Die beiden Franzosen hatten sich trotz Warnungen ohne Begleitung in den Golf von Aden begeben, der für zahlreiche Überfälle somalischer Piraten bekannt ist. Die Piraten hatten 1,4 Millionen Dollar (etwa 990 000 Euro) Lösegeld gefordert.
Im April hatte das französische Militär bereits bei der Entführung des Segelschiffs "Ponant" eingegriffen; nach Übergabe des Lösegelds verfolgten Soldaten die Entführer und nahmen sechs von ihnen fest. Ihnen wird jetzt in Frankreich der Prozess gemacht.
Tanker aus Hongkong gekapert
Unterdessen ereignete sich das nächste Entführungsdrama: Piraten haben im Golf von Aden einen Tanker aus Hongkong mit 22 Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt gebracht. Das Schiff sei am Montag entführt worden, erklärte der Abteilungsleiter für Piraterie der Internationalen Seefahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur, Noel Choong. Der Tanker war Choong zufolge auf dem Weg nach Asien.
Die Europäische Union hat indes angekündigt, sie wolle entschiedener gegen Piraten vorgehen. Die EU-Außenminister ebneten am Montag in Brüssel den Weg für einen möglichen Einsatz von Kriegsschiffen vor der Küste Somalias. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor.
Nach Angaben von Diplomaten will die EU zunächst eine Erkundungsmission ans Horn von Afrika schicken. Zugleich soll in Brüssel eine Koordinierungseinheit für die Schiffe der Mitgliedstaaten geschaffen werden, die vor der Küste Somalias liegen. Über einen möglichen Einsatz von EU-Kriegsschiffen vor Somalia soll Ende des Jahres entschieden werden.
UN bitten um Eskorten für Hilfslieferungen nach Somalia
Die Vereinten Nationen (UN) äußerten sich besorgt über die Hilfstransporte in den von Piraten bedrohten Gewässern vor Somalia.
Sie baten die Internationale Gemeinschaft um Hilfe: "Sollten Länder nicht bald Eskorten bereitstellen, droht eine Lebensmittelknappheit in dem nordostafrikanischen Land", sagte der Direktor des UN-Welternährungsprogramms für Somalia, Peter Goossens. Ende September würden kanadische Schiffe ihren Einsatz beenden, ein Ersatz sei noch nicht gefunden worden.
Die Vorräte würden höchstens zehn Tage lang reichen, dann drohten "ernste Probleme". Das Welternährungsprogramm versorgt in Somalia etwa 2,4 Millionen Menschen.
In diesem Jahr haben schwer bewaffnete somalische Piraten mehr als 30 Schiffe gekapert und damit Hilfsbemühungen behindert. Die Gewässer um das Horn von Afrika gelten als die gefährlichsten der Welt.
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(dpa/AP/Reuters/AFP/hai/mmk)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Die Briten zeigten der zivilisierten Welt schon vor 200 Jahren, was mit Piraten zu geschehen hat. In diese Richtung wollen die Franzosen nun auch arbeiten. Dem ist nichts hinzuzufügen. Übrigens: Das Wundermittel der Briten damals hieß: Rahe
Sie sind zu schnell, zuerst muß einmal eine "Erkundungsmission" stattfinden und dann können wir so langsam über militärische Ansätze nachdenken. Von konkreten Handlungen - militärisch oder zivil - sind wir dann immer noch weit entfernt. Das Problem ist seit Jahren bekannt, aber niemand kommt über den Status "nachdenken" hinaus.
Einzig die Franzosen schützen ihre eigenen Bürger und Vermögenswerte.
In der Zwischenzeit liegen in dem Gebiet deutsche Kriegsschiffe und die Besatzungsmitglieder drehen gefrustet Däumchen während vor ihrer Nase Schiffe gekapert werden, selbst deutsche Schiffe. Aber die deutsche Marine darf ja nicht eingreifen weil sie nur den Auftrag hat dort nicht vorhandene Terroristen zu jagen.
Deswegen wundert mich die Aussage von Sarkozy doch stark, wenn er behauptet Deutschland hätte bei der Befreiungsaktion mitgewirkt.
....auf den militärischen Ansatz zur Bekämpfung der Piraterie.