Papst Franziskus über Tratsch "Denn es ist die Sprache des Teufels"

Papst Franziskus schätzt klare Worte. Nun sagt er: Im Vatikan tobt ein Krieg.

(Foto: AFP)

Schluss mit dem Geschwätz! Papst Franziskus rechnet in einer Messe mit den Zuständen im Vatikan ab. Dort tobe ein Krieg, einer, den man nicht mit Waffen führe - sondern mit Sprache.

Was einige Gläubige schon lange vermutet haben, hat Papst Franziskus heute hochoffiziell bestätigt: Lästern ist Teufelszeug. In einer Messe hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche an seine Gendarmen gewandt und sie gebeten, den Vatikan "vor dem Hinterhalt des Teufels zu schützen", berichtet Radio Vatikan.

Sie sollen nie schlecht übereinander reden oder bei Geschwätz die Ohren spitzen. "Und wenn du jemanden hörst, der schwätzt, stoppe ihn!", forderte er die Gendarmen auf. Wer schwätze, der könne das draußen tun und solle durch die Porta Sant'Anna aus dem Vatikan geschickt werden.

Tratsch als Kriegswaffe

Tratsch störe die Einheit im Vatikan, so Papst Franziskus, und genau das seine eine Versuchung des Teufels für alle, auch ihn selbst. Er sprach von einem "internen zivilen und spirituellen Krieg", der nicht mit üblichen Waffen, sondern mit Sprache geführt werde. Dabei sei der Tratsch die Waffe dieses Krieges und "eine Sprache, die man nicht im Vatikan sprechen kann. Es ist eine verbotene Sprache, denn es ist die Sprache des Teufels", so Franziskus weiter.

Wie es zu diesem plötzlichen Rundumschlag gegen die Lästerer im Vatikan kam, ist unklar. Radio Vatikan spekulierte, dass der Papst damit auf den Enthüllungsskandal "Vatileaks" Bezug nahm. Im Zuge der Affäre wurden vertrauliche Dokumente des Vatikans entwendet und veröffentlicht. Im Oktober 2012 wurde deshalb der Kammerdiener von Franziskus Vorgänger, Papst Benedikt XVI., zu 18 Monaten Haft verurteilt.