Gleich zwei Schiffe sind vor der Küste Somalias entführt worden. Bei einem von beiden handelt es sich um einen Chemietanker, der möglicherweise einem deutschen Reeder gehört.

Die Piraterie vor Ostafrika hat enorme Ausmaße angenommen. Derzeit werden mehr als 300 Geiseln auf verschiedenen Schiffen festgehalten. Am Wochenende haben mit Granaten und Automatikgewehren bewaffnete Verbrecher erneut zugeschlagen. Nach EU-Angaben wurde vor der Küste Somalias ein Chemietanker mit 22 Besatzungsmitgliedern gekapert.

Wieder wurden vor der Küste Somalias Schiffe entführt. Im Bild: Ein griechischer Frachter, der im Januar gekapert worden war. (© Foto: AFP)

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Vermutlich hätten sich nicht alle Seeleute in einem Schutzraum in Sicherheit bringen können, deshalb sei ein militärisches Eingreifen zunächst nicht geplant, erklärte der Sprecher der EU-Mission "Atalanta", John Harbour.

Die Marida Marguerite war auf dem Weg von Indien nach Belgien. Zur Besatzung zählen 19 Inder, zwei Bangladescher und ein Ukrainer.

Russland lässt Piraten frei

Medienberichte, wonach es sich um einen deutschen Tanker handelt, konnte das Auswärtige Amt in Berlin zunächst nicht bestätigen. Ein Sprecher sagte: "Wir gehen entsprechenden Hinweisen nach und bemühen uns um Aufklärung des Sachverhalts." Außerdem entführten Piraten vor der Küste Somalias ein taiwanisches Fischerboot.

Sie forderten Lösegeld für die Besatzung, wie das Außenministerium in Taipeh mitteilte. Der Eigner hatte den Kontakt zur Tai Yuan 227 vor zwei Tagen zunächst verloren. Am Freitag hätten die Piraten ihm dann mitgeteilt, dass sie die Besatzung in ihrer Gewalt hätten. Das Schiff war auf dem Weg zu den Malediven.

Wegen rechtlicher Unklarheiten ließ Russland unterdessen am Freitag zehn Seeräuber frei, die bei der Befreiung eines gekaperten Öltankers durch Sondereinsatzkräfte eines russischen Kriegsschiffs gefangen genommen wurden. Ein Pirat kam bei der Aktion ums Leben.

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(sueddeutsche.de/AP/hgn/mel)