Beim Kampf gegen das Öl meldet BP erste Erfolge - eine Absaugglocke fängt einen Teil auf. Der Beauftragte von Präsident Barack Obama warnt dennoch vor neuen Attacken.
Im Kampf gegen die Ölpest am Golf von Mexiko hat der BP-Konzern offenbar einen Teilerfolg erzielt. Mit Hilfe einer riesigen Absaugglocke gelang es übers Wochenende, wenigstens einen Teil des in 1500 Metern Meerestiefe ausströmenden Rohöls aufzufangen und per Steigleitung an Bord eines Schiffes zu pumpen. Gleichzeitig weitet sich die Umweltkatastrophe weiter aus: Am Wochenende meldeten auch die Bundesstaaten Alabama und Florida, an ihren Stränden seien braune Ölklumpen angespült worden. Im ökologisch sensiblen Marschland vor Louisiana versuchen Freiwillige verzweifelt, verölte Pelikane und Delphine zu retten.
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Pelikane gehören zu den Opfern der Ölpest. (© rtr)
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BP-Chef Tony Hayward zeigte sich in einem Interview mit der BBC am Sonntag zuversichtlich, dass seine Ingenieure mittlerweile "den Großteil" des austretenden Rohöls auffangen könnten. Innerhalb von 24 Stunden habe man etwa 1,5 Millionen Liter Öl abgesaugt. Allerdings ist zwischen dem Konzern und der US-Regierung umstritten, wie viel Öl überhaupt aus dem seit dem 20. April leckgeschlagenen Bohrloch ins Meer schießt. US-Geologen hatten die Menge vor zwei Wochen auf 1,9 bis 3,8 Millionen Liter Öl täglich bemessen, nachdem BP lange Zeit weitaus niedrigere Schätzungen verbreitet hatte.
Obama: BP muss jeden Cent zahlen
Admiral Thad Allen, der im Auftrag von Präsident Barack Obama den Noteinsatz am Golf leitet, bestätigte am Samstag zunächst nur, dass etwa ein Drittel des ausströmenden Öls aufgefangen werde. Allen sagte, das Öl liefere "einem heimtückischen Krieg", da es sich je nach Wind und Strömung ständig neue Küstenregionen für "seine Attacken" aussuche.
Die Ingenieure wollen demnächst mehrere Ventile schließen, aus denen noch Rohöl ins Meer strömt. Dieses Manöver gilt als riskant, da sich dabei erneut Kristalle bilden können, die bereits vor Wochen einen ähnlichen Versuch zur "Abdeckelung" des Bohrlochs scheitern ließen. Als eine Schwäche der jetzigen Konstruktion gilt allerdings, dass BP im Falle eines Sturms seine Boote samt Auffangtanks abziehen müsste. Im Golf von Mexiko hat soeben die Hurrikan-Saison begonnen.
Präsident Obama versicherte, seine Regierung werde "den Menschen an der Golfküste beistehen, bis wieder alles ganz ist". BP müsse jeden Cent zahlen, den es den Betroffenen schulde. Der Präsident nannte neue Zahlen zum Ausmaß des Katastropheneinsatzes: Insgesamt mühten sich bereits 20.000 Menschen, die Umweltschäden an der Küste einzudämmen. Zudem habe er angeordnet, 17.500 Angehörige der Nationalgarde zu mobilisieren. 1900 Boote seien unterwegs, um Öl von der Wasseroberfläche abzuschöpfen und Tiere zu befreien.
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(SZ vom 7.6.2010/afis)
Kapitalabzug aus Südeuropa
Wir müssen davon ausgehen, dass das im Golf von Mexiko austretende Öl nach einer Zeit der Verzögerung über den Golfstrom nach Europa kommt und auf dem Weg die Seefischbestände dezimiert. Wie ist Europa auf diese Bedrohung vorbereitet? Was hat die deutsche Regierung bisher vorbeugend unternommen?
Ein Schritt mehr in Richtung "Soylent green"!...
... ist das richtige Wort für Beschwichtigungen, Lügen und Verharmlosungen einer nie wieder gutzumachenden Katastrophe!