Die Menge an Öl, das der britische Ölkonzern BP im Golf von Mexiko täglich auffangen kann, soll nach Auskunft des Konzerns bald steigen. Derzeit würden laut BP täglich etwa 15.000 Barrel des ausgeströmten Öls an der Oberfläche gesichert. Diese Menge könne bis Ende Juni auf 40.000 bis 53.000 Barrel ausgeweitet werden. Das ist in etwa die Menge, die jeden Tag in dem Ozean landet. Bis Mitte Juli soll es sogar möglich sein, bis zu 80.000 Barrel aufzufangen - der Ölteppich könnte dann erstmals verkleinert werden.

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Um dies zu stemmen, will der unter starkem Druck stehende Ölkonzern neue Ausrüstung bereitstellen, die auch besser mit Hurrikans zurechtkommt. Ein Teil des aufgenommenen Öls muss jedoch abgefackelt werden, weil keine Speicherkapazitäten vorhanden sind. Bis Mitte Juli soll die Kappe am Bohrloch durch ein größeres Modell ersetzt werden, dass bis zu 50.000 Barrel täglich auffangen kann. Dann sollen noch weitere Schiffe hinzukommen, die die zusätzliche Öl-Menge bewältigen können und auch besser für schweren Seegang geeignet sind.

Benzin bald teurer?

Trotz dieser neuen Maßnahmen garantierte BP nicht, das gesamte ausströmende Öl auffangen sowie den Ölteppich komplett beheben zu können. Dies sei frühestens im August möglich, wenn die Entlastungsbohrungen beendet würden. Seit dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April sind Millionen Barrel Öl ins Meer geströmt, insgesamt aufgefangen wurden bisher etwas mehr als 134.000 Barrel.

Die Auswirkungen der Ölkatastrophe werden jedoch auch bald an Deutschlands Tankstellen spürbar: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet einen deutlichen Anstieg der Benzinpreise. DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert sagte der Bild-Zeitung: "Es ist damit zu rechnen, dass der Ölpreis und auch die Benzinpreise aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko spürbar steigen werden. Insbesondere deshalb, da die Ölförderung in der Tiefsee in Amerika ausgesetzt werden soll." Kemfert warnte vor einer weltweiten Energiekrise: "Ohne Tiefsee- Bohrungen wird in den kommenden Jahren die steigende Ölnachfrage nicht zu decken sein. Uns droht somit eine Energiekrise."

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(dpa/rtr/mob/gba)