Die Geistesgegenwart eines Lehrlings verhindert im oberbayerischen Töging womöglich eine Katastrophe mit Todesopfern. Kurz vor dem Einsturz eines Supermarktdaches schlug der 19-Jährige Alarm.
Die Erinnerung an die Katastrophe von Bad Reichenhall ist am Dienstag im rund 80 Kilometer entfernten Töging a. Inn bei dem Supermarkt-Lehrling Daniel Bürk offensichtlich noch sehr wach.
Rettungskräfte bei dem eingestürzten Supermarkt in Töging. (© Foto: dpa)
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Als der 19-Jährige an der Kasse der "Netto"-Filiale kurz vor 11.00 Uhr ein sonderbares Knistern vom Dach hört, tut er das einzig Richtige. "Raus hier", ruft er seinen vier Kollegen und den sieben Kunden zu. In wenigen Sekunden laufen alle ins Freie.
Die Geistesgegenwart des jungen Mannes rettet womöglich mehreren Menschen das Leben. Denn kurz danach kracht das rund 40 mal 20 Meter große Flachdach herunter. Die Lebensmittel-Regale in dem Discounter bremsen die tonnenschwere Last wenigstens teilweise.
In Reichenhall ungebremst
Die Schlittschuhläufer in Reichenhall hatten dieses Glück nicht: Beim Einsturz der Eissporthalle kamen vor fünf Wochen 15 überwiegend junge Menschen ums Leben.
Für kurze Zeit geht am Dienstag auch in dem 10.000 Einwohner zählenden Städtchen Töging das schreckliche Wort "Verschüttete" um.
Kurz nach dem Einsturz müssen die Einsatzkräfte davon ausgehen, dass unter den Trümmern des erst vor fünf Jahren eröffneten Supermarktes Menschen liegen. Doch stellt sich schon bald heraus, dass wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde.
Innerhalb kurzer Zeit rasen an die 120 Feuerwehrleute, 60 BRK- Helfer, Männer des Technischen Hilfswerkes (THW) und 40 Polizeibeamte in ihren Einsatzfahrzeugen an den Unglücksort.
Verbeulte Stahlträger
Vor allem im Eingangsbereich des Marktes sieht es schlimm aus. Verbeulte Stahlträger und Dämmmaterial prägen das Bild.
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