In Deutschland versuchen unterdessen viele Städte, Hilfe für die Obdachlosen bereitzustellen. Es ist nicht ganz klar, wie viele Menschen in Deutschland auf der Straße leben, da keine genauen Statistiken existieren. Offizielle Zahlen gehen von 18.000 Obdachlosen aus. Viele von ihnen finden an besonders kalten Tagen Unterschlupf bei Bekannten und Verwandten. Dennoch gibt es Menschen, die die Nächte auch jetzt noch im Freien verbringen.

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"Die haben schlechte Erfahrungen mit den Notunterkünften gemacht", sagt Werena Rosenke, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). Zum Beispiel mit Diebstählen oder Gewalt. Manchen ist es zudem nicht recht, wenn sie ihre Hunde nicht mitnehmen dürfen oder Alkohol verboten ist.

Trotzdem versuchen die Großstädte, den Obdachlosen in der Kälte Hilfe anzubieten. So werden in Hamburg zu den bereits vorhandenen 2800 Schlafplätzen im Winter immer noch einmal 200 zusätzliche Betten zur Verfügung gestellt. Einen Ansturm der Obdachlosen verzeichnet die Stadt trotz der Kältewelle nicht. Die Auslastung sei in den vergangenen Tagen nur unwesentlich höher gewesen, sagt Jasmin Eisenhut, Sprecherin der Sozialbehörde.

Auch in München sind derzeit nicht mehr Schlafplätze belegt als sonst. Etwa 350 Menschen lehnen es in der bayerischen Landeshauptstadt weiter ab, in sozialen Einrichtungen Schutz vor der Kälte zu suchen, obwohl es genügend Schlafplätze gibt.

Nach Ansicht von Rosenke ist die Kälte für Obdachlose in den Großstädten ohnehin kein so großes Problem wie auf dem Land. Zwar sei die Zahl der Wohnungslosen in den Metropolen am höchsten. Dafür gebe es dort in der Regel ein breiteres Hilfsangebot. Rosenkes Beobachtungen zufolge erfrieren die meisten Obdachlosen in kleinen Städten und in Ostdeutschland, da dort oftmals nur eine unzureichende oder gar keine Infrastruktur für Wohnungslose vorhanden ist. Sorge bereitet es der stellvertretenden Geschäftsführerin der BAG W außerdem, dass die Temperaturen derzeit vielerorts nicht einmal tagsüber den Gefrierpunkt überschreiten.

Damit Obdachlose den eisigen Temperaturen nicht ganz schutzlos ausgeliefert sind, bleiben in Berlin ab einer Temperatur von minus drei Grad einige U-Bahnhöfe auch nachts geöffnet. Geduldet werden Obdachlose während der Kältewelle auch in den Bahnhöfen der Kölner U-Bahn. In Hamburg und München sind die Stationen nachts dagegen weiter geschlossen.

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(AP/dpa/AFP/hai/ihe)