NSU-Prozess Der Richter und sein Urteil

Nach fünf Jahren, 437 Prozesstagen und mehr als 600 Zeugen hieß es am Mittwochvormittag in München: "Im Namen des Volkes".

(Foto: dpa)

Manfred Götzl hat Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt. Über einen Richter, den Gefühle zutiefst irritieren - und wie er sein Urteil gegenüber Zschäpe und den Mitangeklagten fällte.

Von Annette Ramelsberger

Ist dieser 11. Juli nun wirklich der Endpunkt, auf den dieser Prozess nach fünf Jahren, insgesamt 437 Verhandlungstagen, nach mehr als 600 Zeugen und 263 Anträgen hinstrebt? Man denkt, gleich wird es bestimmt wieder so sein wie immer: Irgendeiner stellt wieder einen Antrag. Irgendeiner hat wieder Kopfschmerzen. Und danach gehen wieder alle nach Hause.

Da steht Richter Manfred Götzl, 64, groß, hager, in schwarzer Robe, der Herr des NSU-Verfahrens, und er sagt nicht "Im Namen des Volkes", sondern er sagt ...