Notorische Schwarzfahrerin Freifahrschein für "Oma Gertrud"

"Wir Alten halten zusammen": Eine 89-jährige Wuppertalerin spendierte der notorischen Schwarzfahrerin "Oma Gertrud" ein Jahresticket. Eine Gefängnisstrafe droht der Rentnerin dennoch.

"Oma Gertrud", 87, muss sich vor Gericht für ihr Schwarzfahren verantworten.

(Foto: Caroline Seidel/dpa)

Freifahrschein für die schwarzfahrende "Oma Gertrud": Die 87-jährige Wuppertalerin hat von einer Altersgenossin ein Jahresticket für Bus und Bahn spendiert bekommen. Damit soll sie künftig nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt kommen und trotzdem mobil bleiben. Eine 89-jährige Wuppertalerin spendierte der 87-Jährigen nun das Senioren-Jahresticket, gültig für Busse und Bahnen an Rhein und Ruhr. "Wir Alten halten doch zusammen", erklärte die Spenderin.

"Oma Gertrud" hatte im Dezember neun Tage in Untersuchungshaft verbracht. Wegen notorischen Schwarzfahrens droht der einschlägig Verurteilten sogar eine Gefängnisstrafe. Zuvor muss allerdings geklärt werden, ob die Frau verhandlungs- und schuldfähig ist.

Der Fall der obdachlosen Alten hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Bereits im Juni 2013 war die betagte Frau wegen Schwarzfahrens zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Eine Boulevard-Zeitung hatte damals die Strafe bezahlt und ihr die Ersatzhaft erspart.

Keinem der beteiligten Beamten sei die Festnahme leicht gefallen, hatte ein Sprecher der Bundespolizei damals gesagt - und damit erstmals eine Welle der Sympathie und Spendenbereitschaft für die alte Frau ausgelöst.