Im Südosten Nigerias hat sich Benzin aus einer angezapften Pipeline entzündet, bei der anschließenden Explosion kamen nach Angaben des Roten Kreuzes über 100 Dorfbewohner ums Leben.
Der Vorsitzende des nigerianischen Roten Kreuzes, Emmanuel Ijewere, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP, ganze Familien seien ausgelöscht worden. "Wir fürchten, dass noch viele weitere sterben werden." Zahlreiche Menschen würden mit schweren Verbrennungen in Krankenhäusern oder von ihren Familien zuhause behandelt.
Anzeige
Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge am Donnerstag an einer Pipeline zwischen den Städten Port Harcourt und Enugu; unter den Todesopfern waren vor allem Bewohner eines benachbarten Dorfes. Ein Sprecher der staatlichen Ölgesellschaft sagte, Experten prüften vor Ort, wie das Feuer gelöscht werden könne.
Augenzeugen zufolge zapften Anwohner bereits seit sechs Wochen Benzin aus der Leitung. Obwohl die Behörden davon gewusst hätten, sei weiter Benzin durch die Pipeline gepumpt worden.
Ein Mitarbeiter der nationalen Ölgesellschaft sagte, möglicherweise hätten Diebe versucht, die Leitung anzuzapfen. Dorfbewohner hätten daraufhin die Lecks abdichten wollen. Ein Funke habe vermutlich die Explosion ausgelöst.
Die Nachricht über das Unglück sei mit Verzögerung bekannt geworden, da viele Überlebende wegen Diebstahls und Sabotage Angst vor strafrechtlicher Verfolgung hätten, sagte Rotkreuzpräsident Ijewere.
Die Praxis des illegalen Benzinzapfens ist in Nigeria weit verbreitet, in den vergangenen Jahren kamen bei Explosionen in diesem Zusammenhang tausende Menschen ums Leben.
(sueddeutsche.de/AP/AFP)
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
Studie zur Beliebtheit der Deutschen