Niedersachsen Vier Jahre Haft für Mutter toter Babys

Eine Kinderschaukel vor dem Einfamilienhaus, in dem die Leichen der zwei Säuglinge gefunden wurden.

(Foto: dpa)

Weil sie zwei ihrer Babys in Plastiktüten gewickelt auf dem Dachboden ihres Hauses sterben ließ, ist eine 43 Jahre alte Frau jetzt zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein drittes Baby, das sie laut eigener Aussage im Garten vergraben hatte, konnten die Ermittler nie finden.

Weil sie ihre Babys nach der Geburt auf einem Dachboden versteckt hatte und sterben ließ, muss eine Mutter aus Niedersachsen vier Jahre in Haft. Das Landgericht Stade hat die 43-Jährige am Mittwoch wegen Totschlags und versuchten Totschlags verurteilt. Zwischen 1996 und 2001 hatte die Frau zwei Kinder heimlich zur Welt gebracht, in Tüten gewickelt und in ihrem Haus in Ostertimke (Landkreis Rotenburg) verborgen.

Die Angeklagte sei vermindert schuldfähig, sagte Richter Berend Appelkamp. Sie habe die Schwangerschaften verdrängt und verleugnet. Ihr Ex-Mann fand die stark verwesten Leichen Jahre später, als er den Dachboden entrümpeln wollte. Er beteuerte, von den Schwangerschaften nichts gewusst zu haben.

Die 43-Jährige hatte die Taten vor Gericht gestanden. Ob das erste Kind bei der Geburt lebte, konnte in dem Prozess nicht eindeutig geklärt werden. Das zweite Baby kam nach Angaben der Angeklagten aber lebend zur Welt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Sie ging von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus, weil die Frau alkoholkrank ist und seit ihrer Jugend an einer Persönlichkeitsstörung leidet. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre Bewährungsstrafe.

Die Frau hatte bei der Polizei ausgesagt, einen dritten Säugling im Garten vergraben zu haben. Die Ermittler konnten dort aber keine Leiche finden. Die Anklage ließ diesen Punkt deshalb fallen.