Weil sie nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch ihren Stiefvater Zwillinge abgetrieben hat, ist ein Mädchen in Brasilien exkommuniziert worden.
Die katholische Kirche in Brasilien exkommuniziert ein neun Jahre altes Mädchen, das nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch ihren Stiefvater ihre Zwillinge abgetrieben hatte. Trotz der Natur des Falls müsse die Kirche an ihrer Ablehnung der Abtreibungen festhalten, erklärte Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem TV-Sender Globo.
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Papst Benedikt XVI bei einem Brasilienbesuch im Jahr 2007. In keinem Land der Welt gibt es mehr Katholiken. (© Foto: dpa)
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Gesundheitsminister Jose Gomes Temporao reagierte empört: Er sei schockiert über das, was dem Mädchen geschehen sein und geschockt über die Position des Erzbischofs, sagte er.
Abtreibungen sind in Brasilien illegal. Ausnahmen sind möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, das Kind keine Überlebenschance hat oder die Mutter Opfer einer Vergewaltigung war und die Schwangerschaft noch nicht die 20. Woche überschritten hat.
Der Stiefvater des Mädchen sitzt seit vergangener Woche unter dem Verdacht der Vergewaltigung in Haft. Die Abtreibung wurde in der 15. Schwangerschaftswoche in einer Universitätsklinik vorgenommen.
Klinikdirektorin Fatima Maia sagte, die Schwangerschaft habe ein ernstes Risiko für das 36 Kilogramm schwere Mädchen dargestellt. "Sie ist sehr klein. Ihre Gebärmutter kann kein Kind halten, geschweige denn zwei Kinder."
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(AP/af/grc)
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Nicht das Mädchen wurde exkommuniziert, sondern die übereifrigen Ärzte, die die Mutter des Mädchens so lange belaberten, bis die ohne es eigentlich zu wollen der Tötung der Zwillinge zustimmte.
nämlich wenn man das Bild eines weltliches Rechtssystems dem Kirchenrecht entgegenhält.
(Sie hätten ja auch den "Mord" zitieren können, dann wäre es gleich klarer gewesen; aber die zugrunde liegende Frage haben Sie ja durch die Erbsünden-Theorie eh' beantwortet.)
Zudem vermittelt das Neue Testament ohne Zweifel eine erhabene humanistische Philosophie - so man sie denn nicht als göttliche Botschaft verstehen möchte.
Wie Sie in diesem Zusammenhang auf "pervers" kommen, ist mir ein Rätsel.
(Mitnichten ist die christliche Lehre mit der katholischen Kirche gleichzusetzen)
(Dass eine christliche Bibel auch das Alte Testament als angeblichen Teil der christl. Lehre umfasst, ist mE ein systemischer Fehler. Der zürnende und elitäre Gott des Alten Testaments hat nichts mit dem liebenden und egalitären Gott des Neuen Testaments gemein ...)
Paulus von Tharsus hat die Grundlage für die Entwicklung einer Theorie der Erbsünde gelegt (im Römerbrief, die Stelle weiß ich auf die Schnelle nicht so genau).
Ohne seine Interpretation wäre es sicher nicht zu dieser Lehre gekommenm, die so fundamental von der ursprünglichen Religion dessen, auf den sich Christen so gerne als Gründer berufen, abweicht. Man sollte statt dessen lieber von der paulinischen Religion sprechen.
Weiterentwickelt und in die Form gebracht, die dem Verständnis der r.k. entspricht, wurde die Erbsündentheorie meines Wissens von Augustinus von Hippo.
Vielen Dank für die Aufklärung des Unterschiedes anhand der Erbsündenlehre. Hätte ich eigentlich selbst wissen müssen von der Schule her, wenn ich den 'Unsinn' inzwischen nicht aktiv verdrängt hätte. Naja, dieses Dogma stammt offenbar ja ursprünglich auch mal wieder von diesem Paulus (Saul, Saulus) aus Tarsus, dem man als Christ 'viel zu verdanken' hat.
Paging