Die Wissenschaftler folgern, dass Tabakqualm in Räumen nicht nur eine Belästigung ist, sondern eine tödliche Gefahr. Sie fordern ein Gesetz für umfassenden Nichtraucherschutz in öffentlichen Räumen und ein Rauchverbot in Gaststätten.
In Deutschland sterben jährlich fast 3300 Nichtraucher an den Folgen unfreiwilliger Nikotinaufnahme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die erstmals die Zahl der Opfer des Passivrauchens in Deutschland errechnet.
Rauchen ist nicht nur für den Raucher selbst gefährlich. (© Foto: AP)
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Tabakqualm in Räumen sei nicht nur eine Belästigung, sondern eine tödliche Gefahr, folgern die Autoren. Sie fordern ein Gesetz für umfassenden Nichtraucherschutz in öffentlichen Räumen und ein Rauchverbot in Gaststätten.
Die Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Münster führen vor allem Herzkrankheiten, Schlaganfall und Lungenerkrankungen auf Passivrauchen zurück. Jedes Jahr würden bundesweit mehr als 170.000 Kinder im Mutterleib den Schadstoffen ausgesetzt.
60 Säuglinge müssten deswegen sterben. 35 Millionen erwachsene Nichtraucher würden zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit durch Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid und eine Vielzahl Krebs erregender Stoffe bedroht.
Die Bundesregierung betonte, dass sie das Thema ernst nehme. Passivrauchen sei "ein großes Gesundheitsrisiko", sagte eine Mitarbeiterin der Bundesdrogenbeauftragten, Sabine Bätzing (SPD). Sie wies darauf hin, dass es einen Rechtsanspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz gebe.
Im März habe zudem mit dem Hotel- und Gaststättenverband eine Nichtraucherkampagne begonnen. Im Frühjahr soll Bilanz gezogen werden.
Auch die Deutsche Krebshilfe forderte die Bundesregierung auf, sich für den Schutz der Nichtraucher einzusetzen.
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(SZ vom 8.12.2005)
FKK-Slackliner Alexander Schulz