Neue Fahrrad-Unfallstatistik Mehr Radfahrer, mehr Fahrradunfälle

Keine Abgase, keine Kosten, viel Bewegung: Das Fahrrad wird immer beliebter. Doch damit steigt auch die Zahl der Verletzten.

von Melanie Raidl

Auf dem Rad in die Arbeit zu fahren ist für viele die beste Alternative, um Stau und volle S-Bahnen zu vermeiden. Allerdings sind Fahrradfahrer im Verkehr am wenigsten geschützt, fahren oft auf schmalen Wegen direkt neben den Autos. "In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl an Radfahrern stark gestiegen, nur die Infrastruktur ist nicht genügend mitgewachsen", sagt Stephanie Krone vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC).

Oft begünstigen Kapazitätsprobleme beim Fahrradverkehr, falsche Ampelschaltung und zu schmale Radspuren Unfälle mit Autos. Die am Donnerstag veröffentlichte Verkehrserhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass Radfahrer im vergangenen Jahr um etwa 20 Prozent häufiger verunglückten und sich dabei verletzten als noch 2010. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass heute mehr Radfahrer unterwegs sind.

Rapide stiegen vor allem die Unfälle mit Pedelecs. Darunter versteht man die gängigste Form des Elektrofahrrads. Der Radfahrer tritt in die Pedale und wird dabei von einem Elektromotor auf dem Rad unterstützt.

Seit der ersten Unfallerhebung mit Pedelecs im Jahr 2014 haben sich die Zahlen mehr als verdoppelt. Durch die elektronische Hilfe ist es möglich, bis zu 25 km/h zu fahren. Die Fortbewegung auf einem Elektrofahrrad hätte sich in den letzten Jahren zu einem großen Trend entwickelt, sagt Stephanie Krone vom ADFC, pro Jahr steige das Marktwachstum für Pedelecs um zehn Prozent.

Vor allem für ältere Menschen sei es attraktiv, ohne Anstrengung radeln zu können. Diese seien allerdings verletzungsanfälliger, wenn es zu einem Unfall kommt, es käme leichter zu schwereren Verletzungen als bei jungen Menschen: "Senioren beschaffen sich trotzdem öfter Pedelecs, da sie ihnen ermöglichen, leichter mobil und aktiv zu sein." Bei Verkehrsunfällen mit Elektrofahrrädern handelt es sich bei den Verletzten zu 40 Prozent um ältere Menschen, heißt es in der Unfallerhebung.