Eine Dreijährige ist in Nepal zur "königlichen Kumari", einer lebenden Schutzgöttin, ernannt worden. Angenehm ist ihr Leben nicht - unter anderem darf sie ihren Palast nur einmal im Jahr verlassen.
Matine Shakja ist gerade einmal drei Jahre alt und soll schon eine ganze Nation beschützen. Am Dienstag ist sie in Nepal zur "königlichen Kumari", einer lebenden Göttin ernannt worden, die traditionell dem König und nun dem maoistischen Staat zur Seite stehen soll.
Dreijährige Göttin: Matine Shakja. (© Foto: dpa)
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Seit 200 Jahren wird im Kathmandu-Tal immer wieder ein kleines Mädchen aus der Volksgruppe der Newar ausgewählt, das als Reinkarnation der lokalen hinduistischen Schutzgöttin Taleju gilt. Schon das Auswahlverfahren ist kein Vergnügen. "Es werden verschiedene Tests gemacht. Eine Kumari darf sich beispielsweise nicht erschrecken oder bluten", sagt Horst Brinkhaus, Professor für Orientalistik und Nepal-Spezialist an der Kieler Christian-Albrechts-Universität. So musste sich Matine Shakja in einem Raum mit toten Opferbüffeln aufhalten und durfte dabei nicht weinen.
Eine Kumari muss auch körperliche Merkmale erfüllen: Sie braucht "Augen wie eine Kuh", "Beine wie ein Reh" und eine "Brust wie ein Löwe". Das entspricht keinen europäischen Schönheitsidealen, sieht aber bei der kleinen Matine Shakja niedlich aus. Ihr Leben als Göttin ist allerdings alles andere als göttlich. "Sie wird, böse gesagt, gefangen gehalten und ständig von Brahmanen bewacht. Sie bekommt eine Gespielin, damit sie sich nicht total langweilt, darf aber ihren Palast nur einmal im Jahr für eine Prozession verlassen", sagt Brinkhaus.
Ab und zu wird sie herausgeputzt und Pilgergruppen und Touristen im Innenhof gezeigt, die von ihr gesegnet werden wollen. Da sie nicht bluten darf, darf sie sich nie verletzen. Ansonsten verliert sie ihre Göttlichkeit schon vor der Pubertät. Danach scheidet sie sowieso aus ihrem Amt und erhält eine Staatspension. "Armut ist für eine Kumari kein Problem, aber man sagt, sie sei kaum mehr zu verheiraten, weil sie über magische Kräfte verfüge. Eine ehemalige Kumari galt früher sogar als gefährlich", sagt Brinkhaus. Immerhin wird Matine in ihrem goldenen Gefängnis Privatunterricht erhalten und darf von ihrer Familie besucht werden.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Nepal Die neue Göttin 07.10.2008
(SZ vom 09.10.2008/cag)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Armes Kind!
wird die höheren geistigen Zusammenhänge nie verstehen, dazu muss sich aber völlig drauf einlassen. Hat eigentlich jemand mal mit den Göttinnen gesprochen, ob mal objektiv fest zustellen, wie sie sich fühlen.
Entweder werden diese Vorgänge glorifizieren oder verurteilt, aber nicht nachvollzogen auf der entsprechenden geistigen Ebene.
aber davon steht ja leider nix Genaues im Artikel. Es ist schade wenn nur aus Vorurteilen halbherzig über die spirituellen Gepflogenheiten ferner Länder berichtet wird. Der Dalai Lama wird ja traditionsgemäß auch als kleines Kind als Reinkarnation wieder gesucht, nachdem der alte Dalai Lama gestorben war.
Die Seele hat sich die Aufgabe gesucht und wurde gefunden. Alles im Einklang mit dem göttlichen Willen.
Tja, hier vielleicht schwer zu verstehen, aber dort selbstverständlich.
Aber viele Traditionen ändern sich ja, nicht nur in Bayern...
Manche Völker (unseres eingeschlossen) haben echt nen Knall, wenns um die Verehrung ihrer 'Götter' geht ...
So, und jetzt malt mich bitte rot an
Wie lange sind die denn verheiratet? Ich könnte mir nämlich vorstellen nicht so lange, da die ziemliche psychische Schäden aufgrund der desolaten sozialen Entwicklung haben _müssen_. Die spinnen die R... Inder.
Paging