Erdbeben, Fluten, Hurrikane: 230.000 Menschen sind im ersten Halbjahr durch Katastrophen umgekommen, mehr als 130 Millionen Menschen leiden an den Folgen - und es wird noch schlimmer.
Es gibt einen traurigen Rekord: Allein in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr sind 230.000 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen - das sind so viele Opfer wie beim Jahrhundert-Tsunami vor vier Jahren. Die Uno hat das Jahr 2008 deshalb als ein "schreckliches Jahr" der Naturkatastrophen bezeichnet.
Bild vergrößern
Der Zyklon "Nargis", der im Mai auf Birma traf, war das bislang schlimmste Unglück des Jahres 2008. (© Foto: AP)
Anzeige
Die Zahl wird noch deutlicher, wenn man einen Blick auf die Opferzahlen aus den Vorjahren wirft: Im Jahr 2007 sind weltweit 23.000 Menschen bei Überschwemmungen, Wirbelstürmen und Erdbeben gestorben. Durchschnittlich 51.000 Todesopfer jährlich hat das belgische Center for Research on the Epidemiology of Disasters seit 1990 verzeichnet. Dass es bereits im ersten Halbjahr 2008 zehn Mal so viele Opfer gibt als im gesamten Vorjahr, liegt laut Salvano Briceno, Direktor des Genfer UN-Sekretariats, an der Häufung der Katastrophen in diesem Jahr.
Zu den schlimmsten der insgesamt 101 registrierten Unglücke zählen der verheerdene Zyklon Nargis, der im Mai weite Teile Birmas verwüstete. Etwa 138.000 Menschen kamen bei der größten Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes um. Im gleichen Monat starben mehr als 87.000 Menschen nach dem Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan.
Einen dramatischen Anstieg gibt es auch bei der Zahl der Menschen, die von den Folgen von Naturkatastrophen betroffen sind - ob durch Verletzungen, Epidemien oder Obdachlosigkeit. Mehr als 130 Millionen Menschen sind es seit Jahresbeginn.
Häufen sich Katastrophen wie Hurrikane, Zyklone und Überschwemmungen, hat das auch Auswirkungen auf die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen: "Wir bekommen das zu spüren", sagt Fredrik Barkenhammar, Pressereferent des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin. Für die Einsätze des DRK steht den Helfern ein festes Kontingent an Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung - etwa ein mobiles Krankenhaus samt OP-Saal, Labor und Entbindungsstation, mehrere Trinkwasseraufbereitungsanlagen und kleinere Gesundheitsstationen.
Ein großer Teil dieser Hilfsmöglichkeiten ist zurzeit weltweit im Einsatz: die Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Birma, Gesundheitsstationen auf Haiti, das immer noch unter Schlammmassen leidet. Aber irgendwann ist jedes Kontingent ausgeschöpft: "Wenn es mit den Katastrophen so weitergeht, könnte es bei uns knapp werden", sagt Barkenhammar. Das DRK setzt auf die Ausbildung der Rotkreuzgesellschaften in den gefährdeten Gebieten - damit die dort einheimischen Rotkreuzler die Hilfe so schnell wie möglich fortführen können.
Optimismus ist offenbar fehl am Platz. Zyklone, Hurrikane, Überschwermmungen - "die Intensität der Ereignisse wird immer stärker, und immer mehr Naturkatastrophen sind durch den Klimawandel bedingt", sagt eine Sprecherin der UN in Genf. "Wenn die Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt, wird das alles noch schlimmer."
Die deutsche Bundesregierung hat nun eine systematische Katastrophenvorsorge gefordert. Laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fließen aus Deutschland im Jahr 2008 neun Millionen Euro in weltweite Frühwarnsysteme, Evakuierungspläne und Notfallschulungen, um "menschliches Leid zu vermeiden und insbesondere Entwicklungsländer vor massiven Infrastruktur- und Sachschäden zu bewahren", sagt Steinmeier.
Die UN schätzen die wirtschaftlichen Kosten der Naturkatastrophen in der ersten Jahreshälfte 2008 auf 25 Milliarden Euro.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/AFP/jüsc)
Analyse des DFB-Kaders
Und die Menschheit ist derweil damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubbringen, als ob es nicht Wichtigeres gäbe.
Wir haben die Gastfreundschaft dieses Planeten missbraucht, wir wussten seine freiwillig zur Verfügung gestellten Ressourcen niemals zu schätzen und haben uns mit Gewalt immer mehr genommen.
Wir werden niemals lernen, und wir haben es nicht besser verdient.
na, ich denke es ist eher umgekehrt. Der Mensch behandelt die Welt wie ein Stück Konsumgut, ER mag sie offenbar nicht und die Industrie ignoriert ihre Schreie. Jetzt 'schlägt' sie zurück ... aber sie kennt keine Menschenrechte, keine Rücksicht, keine Unterschiede. Ob Arme, ob Reiche ... sie gehören alle zu der Art, die IHRE Geschöpfe bedrohen.
Kuni
kwt