Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in China ist auf 400 gestiegen, 10.000 wurden verletzt. Die Bevölkerung wartet noch auf Hilfe - und gräbt mit bloßen Händen nach Verschütteten.
Ein schweres Erdbeben in der westchinesischen Provinz Qinghai hat an diesem Mittwoch nach jüngsten offiziellen Angaben etwa 400 Menschen das Leben gekostet. Weitere 10.000 wurden verletzt, berichteten staatliche Medien. Zahlreiche Häuser seien eingestürzt, hieß es auf der Webseite der für Erdbeben zuständigen Behörde.
Etwa 10.000 Menchen wurden bei dem Erdbeben verletzt, 400 konnten nur noch tot geborgen weren. (© Foto: Reuters)
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Die Erdstöße ereigneten sich in einer abgelegenen Region im Süden der Provinz Qinghai an der Grenze zum Autonomen Gebiet Tibet. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gab die Stärke unter Berufung auf chinesische Experten mit 7,1 an. Es folgten drei heftige Nachbeben mit Stärken bis zu 5,8.
In Yushu in Qinghai seien zahlreiche Menschen unter den Trümmern eingestürzter Häuser verschüttet worden, berichtete Xinhua und berief sich auf örtliche Behörden im Autonomen Bezirk Yushu der Tibeter. Es habe eine Reihe von Erdbeben und Nachbeben gegeben. Zahlreiche aus Ziegeln errichtete Häuser seien eingestürzt. Soldaten seien in die Bergregion entsandt worden.
"Viele Menschen sind verletzt. Rettungskräfte versuchen, sie unter den Trümmern herauszuholen", sagte ein Anwohner von Yushu der Nachrichtenagentur Reuters. "Zahlreiche einstöckige Häuser sind eingestürzt." Höhere Häuser hätten standgehalten, seien aber stark beschädigt.
Des Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte 380 Kilometer südöstlich der Stadt Golmud in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die Rettungsbemühungen werden nach Angaben der chinesischen Behörden durch einen Zusammenbruch des Telefonnetzes im Erdbebengebiet behindert.
Das Hochland von Tibet wird immer wieder von Erdbeben erschüttert. Meist ist die Zahl der Opfer gering, da die Bergregion nur dünn besiedelt ist. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,9 kamen im Jahr 2008 in der Provinz Sichuan aber mindestens 80.000 Menschen ums Leben.
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(dapd/dpa/Reuters/AFP/fvk/odg/kat)
Frauen in Saudi-Arabien
Was für eine Katastrophe!!! Die medizinische Versorgung ist schon unter Normalbedingungen äusserst notdürftig, speziell im ländlichen Raum in Yushu / Jyekundo Autonome Tibetische Präfektur. Wie lang es gedauert hat hier ein paar Schulen zu bekommen ausserhalb der Kreistaedte, und die liegen jetzt in Schutt und Asche. Und wie schwer es ist dort zu helfen. Die Ausschlagung des japanischen Hilfsangebotes ist unglaublich, einfach menschenverachtend! Typisch chinesische Paranoia in allen Bereichen die Tibet betreffen!
Aber zumindest gibt es ja extra viel paramilitärische Polizei und dazu noch Militär vor Ort, deren Kontigente gut aufgestockt wurden nach den 2008 Protesten gegen Han-chinesische Unterdrückung im ganzen tibetischen Siedlungsraum in den 5 Provinzen des Tibetischen Plateaus.
Und jeder Einwohner in Jyekundo / Yushu, sofern nicht neuzugezogener Chinese - einschliesslich Hui [Chin. Moslems] wird jedem Besucher versichern, dass er/sie Tibeter ist und nicht "qinghai ren" / "Qinghaier". Mongolen sind hier traditionell nicht angesiedelt, die finden sich fast 1000km nordöstlich im Nordosten Qinghai's.
Zu JakWi's aufschlussreichem Beitrag ist hinzuzufügen, dass Jyekundo, schon immer mehr Teil des Kulturaums von Kham war und nicht Amdo.
Interessant wie hier von "Jiegu" die Rede ist. Diese neuchinesische Ortsbezeichnung wird eigentlich nie verwendet, sondern nur noch Yushu.
Erdbeben werden in Zukunft vermehrt auftreten, denn das Herausreissen von Kohlenstoffen aus den Böden (Ölförderung) sowie die Abholzung von Wäldern führt zur Versprödung der Erdrinde. Als Folge davon treten Spannungen - auch in weniger Erdbeben gefährdeten Gebieten - immer häufiger auf - mit der Folge von Beben. Für mich völlig logisch - und wenn es dann im Tagestakt von Erdbeben zu berichten gibt, merkt vielleicht auch die sogenannte etablierte Wissenschaft, dass irgendwas nicht stimmt....
Der Mensch wird´s nie kapieren, dass die Natur erheblich stärker ist - und deshalb wird er wohl wegen seiner B.l-ö-d.heit unter Schlammlawinen beerdigt werden.
auf unterirdische Atomversuche?
Yushu oder Gyekundo (sKye-dgu-mdo), wie die Tibeter ihre Region selbst nennen, ist kein Tibet-Grenzgebiet, wie die SZ fälschlich abschreibt. Es liegt Mitten in Tibet. Im Umkreis von Hunderten von Kilometern wird Tibetisch gesprochen. Als ich vor 13 Jahren dort war, waren die einzigen Chinesen vor Ort Soldaten und Polizisten. Heute, durch das Umsiedelungsprogramm der chin. Regierung, wohnen dort auch viele chinesische Zivilisten. Gyekundo war immer an der Grenze zwischen den zwei tibetischen Regionen von Amdo (A-mdo) und Zentraltibet (Ü-Tsang; dbUs-gtsang). Amdo ist unter chinesischer Herrschaft in Qinghai aufgegangen. Was die Chinesen heute als Tibet ("Autonome" Region Tibet) bezeichnen, ist nur der kleinere Teil des tibetischen Kulturraums. Der größere Teil Tibets wurde in andere Provinzen verwandelt, bzw integriert: Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan. divide et impera!