Nach Verbreitung von Nacktfotos Promi-Hacker zu zehn Jahren Haft verurteilt

Er schleuste sich in die Computer von Scarlett Johansson und Mila Kunis ein und verbreitete private Fotos: Nun hat ein US-Gericht einen Hacker zu zehn Jahren Haft und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Sein Vergehen sei so gravierend wie Stalken, so die Richter.

Weil er über Jahre die Computer und E-Mails von US-Promis ausgespäht und sensible Bilder ins Internet gestellt hat, ist ein Hacker in den USA zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem verurteilte das Gericht den 36-jährigen Christopher Chaney am Montag zu einer Zahlung von 76.000 Dollar (etwa 58.000 Euro), berichtet das Portal TMZ.com.

Chaney hatte sich im März vor dem Gericht in Los Angeles schuldig bekannt, in die Computer von mehr als 50 Prominenten, darunter Scarlett Johansson, Mila Kunis und Christina Aguilera, eingedrungen zu sein. Durch die Hackerangriffe auf Computer und Smartphones der Promis waren unter anderem Nacktfotos der Schauspielerin Johansson im Internet aufgetaucht. Von Popstar Aguilera erschienen ebenfalls einschlägige Bilder im Netz, Fotos der Schauspielerin Mila Kunis zeigten sie in der Badewanne. Durch den Zugang zu ihren Computern konnte Chaney auf alle privaten Dokumente der Prominenten zugreifen, darunter auch auf Verträge und Skripte.

Der Angeklagte habe den Opfern mit dem Eindringen in deren Privatsphäre eine "unglaubliche Missachtung" entgegengebracht, so der Richter. "Es ist schwer, den Gedankengang einer Person nachzuvollziehen, die so weit geht. Dieses Verbrechen ist genauso schädlich und ernstzunehmen wie physisches Stalken", zitiert die BBC einen der Richter. Zwei der Stars soll Chaney mehr als zehn Jahre lang auf diese Weise verfolgt haben.

"Ich kann nur sagen, dass es mir leidtut. Ich könnte dazu verurteilt werden, nie wieder einen Computer zu benutzen - es wäre mir egal", soll Chaney der BBC zufolge gesagt haben.

Chaney war im Oktober vergangenen Jahres in Florida festgenommen worden und gegen Zahlung einer Kaution freigekommen. Ihm wurden unter anderem illegales Abhören, Identitätsdiebstahl und der unerlaubte Zugang zu Computern zur Last gelegt. Die US-Bundespolizei FBI hatte den Hacker nach elfmonatigen Ermittlungen in seinem Wohnort Jacksonville in Florida geschnappt.