Nach Unfall in Rom Verunglücktes Flugzeug über Nacht neu lackiert

Die ATR-72 Turboprop einmal kurz nach ihrer Bruchlandung am Abend des 2. Februar (oben) und wenige Stunden später mit frischer Lackierung.

(Foto: dpa)

Deutlich sichtbar trägt die Maschine Farben und Schriftzug der Fluggesellschaft Alitalia. Dann verunglückt sie auf dem Flughafen Rom-Fiumicino - und bekommt noch an der Unfallstelle eine neue, vollkommen weiße Lackierung.

Es ist Samstagabend, als auf dem Flughafen Rom-Fiumicino ein Flugzeug von der Piste abkommt. Die Turboprop-Maschine der rumänischen Fluggesellschaft Carpatair kommt zur Seite geneigt und mit beschädigtem Fahrwerk zum Stehen. 16 Menschen werden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Auf Bildern der Unglücksmaschine sind deutlich Farben und Schriftzug der italienischen Fluggesellschaft Alitalia zu erkennen, in deren Auftrag sie unterwegs ist. Doch nur wenige Stunden später erinnert nichts mehr an diese Kooperation. Farben und Schrift sind am Sonntag verschwunden, stattdessen erstrahlt die Maschine in frischem Weiß.

Noch in der Nacht muss das Flugzeug umlackiert worden sein - und das, obwohl sie noch mit deutlich Schlagseite an der Unglücksstelle steht. Auch die Fenster wurden weiß gestrichen.

Ebenfalls noch in der Nacht annullierte Alitalia alle Flüge der Carpatair von Pisa und Bologna nach Rom. Als Ursache für den Unfall nannte Alitalia starken Wind. Doch bereits in den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Zwischenfällen auf Carpatair-Flügen im Auftrag von Alitalia gekommen. Die italienische Gesellschaft hat deshalb bereits die Strecke Ancona-Rom vom Flugplan genommen.

Gewerkschaftsvertreter geben Alitalia die Schuld an dem Unglück in Rom: Der Deal mit Carpatair, der die Kosten senken soll, gefährde die Sicherheit der Passagiere. Für Montag kündigten Alitalia-Piloten und Flugbegleiter einen Streik gegen die Partnerschaft an. Bereits Ende Januar hatten sie für einen Tag die Arbeit niedergelegt.