Nach der Prügelattacke gegen einen 51-Jährigen, der am Silvesterabend auf einem Berliner U-Bahnhof eine Mutter mit Kind vor böllernden Jugendlichen schützen wollte, sind die beiden Schläger wieder auf freiem Fuß.

Die deutschen Jugendlichen im Alter von 17 und 19 Jahren müssten aber mit einer Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung rechnen, sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski am Mittwoch.

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Die betrunkenen jungen Männer wurden kurz nach dem Überfall auf dem U-Bahnhof Victoria-Luise-Platz in Schöneberg festgenommen. Laut Polizei gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine Haftgründe. Die beiden seien bislang auch nicht auffällig gewesen.

Der dunkelhäutige Mann hatte die Jugendlichen aufgefordert, die "Knallerei" zu beenden, da das neunjährige Mädchen Angst bekam. Dem folgten die beiden zwar, doch dann rissen sie den 51-Jährigen zu Boden, schlugen ihn und traten ihm in die Hüfte.

Es habe keine Anzeichen für einen rassistischen Übergriff gegeben, sagte der Sprecher. Die Attacke hätte in dieser Situation jedem passieren können. Der Verletzte kam ins Krankenhaus, sei aber inzwischen wieder zu Hause, hieß es. Laut Bild-Zeitung muss der Restaurant-Helfer die nächsten Wochen noch am Stock gehen.

Die Polizei sieht keinen gravierenden Anstieg von Fällen, bei denen Menschen Opfer ihrer Zivilcourage werden. Schodrowski sagte, es sei richtig, nicht wegzusehen. Zeugen sollten aber besser zuerst die Polizei alarmieren. Der Sprecher warnte vor "heldenhaftem Auftreten", da Täter immer unberechenbar reagieren könnten.

Wirkungsvoll sei es beispielsweise, Menschen in der Nähe des Tatortes anzusprechen. Auch durch eine Solidarisierung mit dem Opfer könnten Täter zurückgedrängt werden. "Sie in der roten Jacke, helfen Sie mir, könnten Sie bitte die Polizei rufen, Sie finden das hier doch auch nicht in Ordnung", sei eine Möglichkeit.

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(dpa/odg)