Nach Hurrikan "Sandy" New Yorks Bürgermeister sagt Marathon ab

Michael Bloomberg wollte ein Zeichen setzen: Trotz der Zerstörung durch Hurrikan "Sandy" sollte in New York der Marathonlauf stattfinden. 47.000 Läufer wurden erwartet. Doch die Kritik am Bürgermeister wuchs immer mehr. Nun hat er das Rennen abgesagt.

Der für Sonntag geplante Marathonlauf von New York wird infolge der Auswirkungen des Wirbelsturms "Sandy" nun doch abgesagt. Ein Mitarbeiter der Behörden gab die Entscheidung am Freitagabend bekannt. Zu dem Lauf waren 47.000 Läufer erwartet worden.

Viele waren bereits angereist, nachdem Bürgermeister Michael Bloomberg zunächst an seinen Plänen festhalten wollte, den Marathon trotz der Sturm-Schäden durchzuführen. Er hatte unter anderem auf die wirtschaftliche Bedeutung verwiesen und erklärt, durch den Lauf würden nach Schätzungen der Veranstalter rund 340 Millionen Dollar in der Stadt bleiben. "New York muss zeigen: Wir sind hier und wir werden uns erholen", so Bloomberg.

Einige Bürger hatten indes Unmut geäußert, weil sie fürchteten, dass Helfer für den Marathon abgezogen werden könnten, die dann bei der Bekämpfung der "Sandy"-Folgen fehlen würden. Nun war der Druck auf Bloomberg anscheinend zu groß.

Noch immer harren Millionen Menschen ohne Strom, Licht, Heizung, Trinkwasser, funktionierende Telefone oder Toiletten aus. Allein in New York haben laut dem US-Nachrichtensender CNN etwa 500.000 Menschen keinen Strom.

An der US-Ostküste waren offiziellen Angaben zufolge noch immer fast 3,5 Millionen Menschen ohne diese Grundversorgung. Bis die Elektrizität wieder funktioniert, kann es nach Angaben des Versorgers in einigen Gegenden noch bis zu zwei Wochen dauern.