Nach Frachterunfall bei Ostfriesland Die Reinigung beginnt

Verölte Seevögel, verschmutzter Strände, angeschwemmte Bananen: An der Nordseeküste beginnen Helfer damit, die Schäden zu beseitigen.

Nach dem Unfall eines Frachters werden an der Nordseeküste mehrere Strände gereinigt. "Wir haben auf allen ostfriesischen Inseln kleinere Anlandungen von Öl, die aber in keiner Weise besorgniserregend sind", sagte die Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Herma Heyken, am Donnerstag. An den Stränden sammeln Helfer Bananen auf. "Diese dürfen nicht angefasst oder gegessen werden, weil sie mit Salzwasser und Öl in Berührung gekommen sind." Der Bananenfrachter Duncan Island hatte auf dem Weg von Antwerpen nach Hamburg am Dienstagabend bei schwerer See sieben volle und zwei leere Container verloren und war Leck geschlagen.

Mit Öl verschmierter Vogel am Strand von Norderney; dpa

Ein mit Öl verschmutzer Austernfischer am Strand von Norderney. Nach dem Frachterunfall vor der Küste Ostfrieslands haben die Aufräumarbeiten begonnen.

(Foto: Foto: dpa)

Nicht nur auf den ostfriesischen Inseln sei Öl gefunden worden, sondern auch am Festland in Norddeich und auf der niederländischen Insel Terschelling, berichtete Heyken. Wie viel Schweröl aus dem Frachter austrat, war zunächst nicht bekannt. Laut Havariekommando in Cuxhaven ist das 180 Meter lange Schiff, dessen Tank eine Kapazität für 170 Tonnen Öl hat, inzwischen in Hamburg angekommen. Erste Ermittlungen ergaben nach Angaben der Polizei, dass die Container nicht den Vorschriften entsprechend befestigt waren.

Bei dem Unglück war ein 35 Jahre alter Seemann leicht verletzt worden. Auf einigen Inseln, etwa auf Norderney, wurden nach Angaben des Havariekommandos vereinzelt verölte Vögel gefunden. Die Umweltorganisation WWF dagegen erklärte, zahlreiche Vögel seien gestorben. Schon kleine Mengen Schweröl seien tödlich für diese Tiere, deren Gefieder sofort verklebe. Die Umweltschützer forderten deshalb erneut ein Verbot von Schweröl für Schiffsantriebe.

In Hamburg wird nun untersucht, ob die giftige Substanz an den Stränden aus dem Frachter stammt. Ausschließen lasse sich nicht, dass andere Schiffe auf hoher See ihre Tanks gespült hätten, nachdem das Unglück bekannt geworden war, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Deshalb bestimmten Experten nun die gefundene Ölsorte. Das könne einige Tage dauern. Bis zum Abschluss der Ermittlungen darf der unter der Flagge der Bahamas fahrende Frachter nicht weiterfahren.