Zur Genesung in die Heimat: Der bei einem Skiunfall schwer verletzte CDU-Politiker Dieter Althaus soll nach Thüringen gebracht werden.

Eine Woche nach dem schweren Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus in Österreich ist die Verlegung des 50-Jährigen an die Uniklinik Jena eingeleitet worden.

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Wird nach Angaben der Ärzte keine bleibenden Schäden von dem Skiunfall davontragen: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus. (© Foto: AP)

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Es werde wohl nicht vor Ende der Woche sein. Die Ärzte versprechen sich von der Verlegung nach seinen Worten eine Verbesserung des Heilungsprozesses. Der CDU-Politiker ist nach Angaben Lenzhofers weiterhin nicht voll örtlich und zeitlich orientiert. Er leidet am sogenannten Durchgangssyndrom.

Noch nicht vernehmungsfähig

Inwiefern er inzwischen über den Tod der mit ihm zusammengeprallten Skifahrerin informiert ist, konnte der Arzt nicht sagen. Nur so viel: Althaus habe bisher "noch nicht definitiv den vollen Umfang des Geschehens mitbekommen", sagte Lenzhofer.

Der Ministerpräsident wurde Lenzhofer zufolge noch nicht von seinem Anwalt besucht. Auch die Polizei hat ihn noch nicht verhört. "Wir hätten das auch gar nicht zugelassen", erklärte Lenzhofer. Althaus sei "derzeit nicht vernehmungsfähig". Er dürfe nicht überlastet werden.

Der CDU-Politiker ist laut Lenzhofer weiterhin nicht voll örtlich und zeitlich orientiert. Er leidet an einem sogenannten Durchgangssyndrom. Wie lange dies noch anhalten werde, könne niemand sagen.

Bei der Psychose kommt es zu einem grundlegenden Wandel des Erlebens des Außenbezuges des Betroffenen. Im Vordergrund stehen Desorientiertheit, Verkennung der Umgebung sowie halluzinatorische Phänomene. Außenstehende erleben den Betroffenen als verändert, unruhig, häufig ängstlich selten aggressiv. Die Dauer eines Durchgangssyndrom ist nach Angaben der österreichischen Ärzte sehr unterschiedlich.

Nach dem Tod der 41-jährigen Slowakin ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Althaus routinemäßig wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Dessen österreichischer Anwalt geht von einem schnellen Abschluss der Ermittlungen aus. Er rechne damit, dass die Staatsanwaltschaft "spätestens in zwei Wochen über einen möglichen Strafprozess entscheidet", sagte der Anwalt MDR 1 Radio Thüringen.

Der Skiunfall sei bei aller Tragik besser rekonstruierbar als vergleichbare Fälle. Unabhängig von einem möglichen Strafprozess seien auch Schadenersatzforderungen zu erwarten. Er hoffe jedoch, dass diese dann außergerichtlich geklärt werden könnten, sagte der Jurist dem MDR.

Wie lange Althaus' derzeitiger Zustand noch anhält, konnten die Mediziner am Donnerstag nicht sagen: "Das lässt sich nicht beschleunigen", sagte Oberarzt Hubert Artmann. "Es können nur die Rahmenbedingungen verbessert werden." Das bedeute, dass Althaus von allen Belastungen ferngehalten werden müsse, "damit das eigene Ich wieder kommen kann".

Zu diesem Zweck wird der Thüringer jetzt auch an das Universitätsklinikum Jena verlegt. Damit werde "Rücksicht auf den gesundheitlichen Zustand" genommen. Die familiäre Umgebung lasse sich in der Heimat besser gestalten als in einem österreichischen Spital, erklärte der ärztliche Direktor. Althaus selbst habe den Wunsch nach einer Verlegung ebenfalls geäußert, "auch wenn wegen seiner Erkrankung seine Wünsche noch nicht 100prozentig beurteilt werden dürfen".

Betreuung durch eigene Familie

Derzeit wirkt der Ministerpräsident laut Lenzhofer noch immer etwas unruhig, fühlt sich aber in Anwesenheit von Familie oder Freunden "relativ geborgen". Der Gesamtzustand des Patienten hat sich aber den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Tagen weiterhin positiv entwickelt.

"Er kann kurz aufsitzen und selbstständig essen und trinken", erklärte Lenzhofer. Nach Einschätzung von Artmann ist nach dem bisherigen Heilungsverlauf davon auszugehen, dass Althaus "keine bleibenden Schäden davontragen" wird. Psychologisch werde Althaus wie bereits seit dem ersten Tag nach dem Unfall in Österreich von einer Angehörigen der eigenen Familie betreut. Der Ministerpräsident habe das Glück, dass es in seiner Familie eine Psychologin gebe, die sich jetzt schon um ihn gekümmert habe.

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(AP/dpa/AFP/hai/odg)