Nach Anzeige wegen Körperverletzung Pistorius will schnelle Einigung in Rechtsstreit

Der wegen Mordes angeklagte Spitzensportler Oscar Pistorius bemüht sich um eine rasche außergerichtliche Einigung im Streit mit einer früheren Nachbarin. Sie hatte ihn wegen Körperverletzung angezeigt, daraufhin forderte Pistorius Schadenersatz.

Die Anklage wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp ist nicht das einzige juristische Verfahren, mit dem Spitzensportler Oscar Pistorius derzeit zu tun hat. Der 26-Jährige bemüht sich derzeit auch um eine außergerichtliche Einigung in einem Fall, der mit Körperverletzung zu tun hat.

Seine frühere Nachbarin, eine Studentin, hatte Pistorius 2009 wegen Körperverletzung angezeigt. Sie warf dem Sprint-Star vor, sie bei einer Party in seinem Haus brutal hinausgeworfen zu haben. Der Gastgeber habe die Tür so hart hinter ihr zugeschlagen, dass sie am Bein verletzt worden sei.

Pistorius wurde damals festgenommen und verbrachte eine Nacht auf der Wache, die Ermittlungen wurden später jedoch eingestellt. Der Athlet gab an, er habe die Nachbarin lediglich vor die Tür gesetzt, weil sie zu viel getrunken hatte.

Pistorius zeigte die Frau seinerseits an und verlangte umgerechnet 187.000 Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung und Verdienstausfalls. Nun will er sich gütlich mit der Frau einigen. In dem Rechtsstreit seien "vertrauliche Verhandlungen" im Gange, bestätigte Pistorius' Anwalt Gary Pritchard.

Der beinamputierte Pistorius, der mit spektakulären Sprints auf Unterschenkelprothesen zum Star wurde, hatte am Valentinstag in seinem Haus seine Freundin Steenkamp erschossen. Der als "Blade Runner" bekannt gewordene Sportler beteuert, dass es ein tragisches Versehen war und er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Nach mehrtägiger Verhandlung wurde er gegen Kaution freigelassen.