Nach Amoklauf von Newtown Obama dankt für weltweite Anteilnahme

"Die ganze Welt steht an unserer Seite": US-Präsident Obama zeigt sich gerührt von der Unterstützung, die die USA nach dem Massaker von Newtown erfahren. Freunde und Angehörige tragen weitere Opfer zu Grabe - auch eine junge Frau, die mit ihrem Mut mehrere Kinder rettete.

US-Präsident Barack Obama hat ausländischen Diplomaten und den Bürgern ihrer Länder für die Unterstützung und ihr Mitgefühl nach dem Massaker von Newtown (US-Staat Connecticut) gedankt. "Die ganze Welt steht an unserer Seite", sagte Obama bei einem Empfang des US-Außenministeriums am Mittwoch (Ortszeit).

Die große Anteilnahme, etwa durch Andachten vor US-Botschaften, habe ihn sprachlos gemacht. Diese Reaktion zeige deutlich, dass es auf der Welt mehr gute als böswillige Menschen gebe, erklärte der amerikanische Staatschef.

Unterdessen gedachten mit Gebeten, Musik und Gesang erneut Tausende von Menschen der Opfer des Schulmassakers. Nun wurden vier weitere Kinder zu Grabe getragen. Abschied nahmen Angehörige, Freunde und viele Bürger auch von einer 27-jährigen Lehrerin, die mit Mut und Besonnenheit offenbar das Leben mehrerer Schüler rettete, bevor sie von dem Amokläufer in der Grundschule in Newton erschossen wurde.

Zuvor hatten rund 30 Polizisten auf Motorrädern einen langen Trauerzug von Fahrzeugen mit dem Sarg von Lehrerin Victoria Soto eskortiert. Hunderte Menschen säumten die Straßen und versammelten sich während des Gottesdienstes vor der Kirche in Stratford nahe Newton. Die junge Frau hatte nach Medienberichten sieben ihrer Schüler in einem Wandschrank versteckt, als der Amokläufer in einem anderen Klassenraum sein Feuer eröffnete. Er tötete dann sechs der Schüler und Soto, die versteckten Kinder überlebten.

Schweigeminute eine Woche nach dem Morden

Der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy, erklärte diesen Freitag zu einem Trauertag und rief zu einer Schweigeminute um 9.30 Uhr Ortszeit auf. Das ist ungefähr der Zeitpunkt, an dem der 20-jährige Adam Lanza eine Woche zuvor in der Sandy-Hook-Grundschule das Feuer aus einem Sturmgewehr eröffnete und 26 Menschen tötete, bevor er sich selbst erschoss. 20 der Opfer sind Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren. Außerdem kamen fünf Lehrerinnen und eine Schulpsychologin ums Leben. Auch die Mutter des Todesschützen wurde erschossen in ihrem Wohnhaus aufgefunden.

In der Western Connecticut State University in Danbury etwa 20 Kilometer von Newtown entfernt versammelten sich schätzungsweise 4000 Menschen zum Gedenken an die Opfer des Schulmassakers. Kinder erhielten kleine Micky-Mäuse aus Stoff, Erwachsene Kerzen und Rosen.

Während das Gedenken an die Opfer weitergeht, zeichnet sich in Washington eine Verschärfung der Waffengesetze ab. Präsident Barack Obama setzte eine Arbeitsgruppe unter Leitung seines Vize Joe Biden ein, die schon im Januar Maßnahmen gegen die Waffengewalt im Land vorschlagen soll. Obama will unter anderem ein Verbot von Sturmgewehren in privater Hand und lückenlose Überprüfungen von potenziellen Waffenkäufern.