Er gilt als Drahtzieher der Mafia-Morde von Duisburg - doch in Amsterdam beteuert Giovanni Strangio seine Unschuld. Derweil diskutiert die Justiz über seine Auslieferung.

Der mutmaßliche Mafia-Killer von Duisburg hat sich vor einem Gericht in Amsterdam für unschuldig erklärt. Er habe nichts mit der Ermordung von sechs Menschen vor einem Duisburger Restaurant im August 2007 zu tun, erklärte Giovanni Strangio bei einer Anhörung. Auch an den Machenschaften einer Mafia-Organisation in Kalabrien will er nicht beteiligt gewesen sein.

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Will mit der 'Ndrangheta nichts zu tun haben: Giovanni Strangio, der einst zu den meistgesuchten Personen in Deutschland gehörte. (© Foto: AP)

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Bei dem Gerichtstermin wurde noch keine definitive Entscheidung darüber gefällt, ob der als Haupttäter der Duisburger Morde geltende Strangio an Italien ausgeliefert wird. Die Duisburger Staatsanwaltschaft hatte vor kurzem schriftlich auf eine Auslieferung Strangios verzichtet. Der Duisburger Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch bestätigte einen entsprechenden Bericht des Spiegel.

Vor Beginn der Verhandlung in Amsterdam drängte Italien erneut auf dessen Auslieferung. In Amsterdamer Gerichtskreisen hieß es, es sei wahrscheinlich, dass zunächst die italienische Justiz die Möglichkeit erhält, den mutmaßlichen Mafioso zur Rechenschaft zu ziehen.

Bei Beratungen juristischer Vertreter Deutschlands, der Niederlande und Italien zur jeweiligen Beweislage habe sich gezeigt, dass die italienische Staatsanwaltschaft derzeit die besseren Möglichkeiten hätte, eine Verurteilung Strangios zu erreichen. Dies bedeutet nach Angaben der Duisburger Staatsanwaltschaft jedoch nicht, dass Strangio niemals für die Morde in Deutschland belangt wird.

In Italien soll ihm ein Prozess wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gemacht werden - der kalabrischen 'Ndrangheta. Sie gilt nach der Camorra in Neapel und der Cosa Nostra in Sizilien als brutalste Mafia-Organisation Italiens.

Nach Angaben von Strangios niederländischem Rechtsanwalt Simon van der Woude kann es bis zu einer Entscheidung über eine Auslieferung noch etliche Tage dauern. Die Verteidigung will klären lassen, was dazu intern zwischen Italien und Deutschland vereinbart worden sei.

Das von der Duisburger Staatsanwaltschaft vorgelegte Beweismaterial könne jedenfalls nicht für die Überstellung Strangios an die deutsche Justiz ausreichen. Zuvor hatte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft erklärt, Italien würde Strangio auch wegen der Morde in Duisburg belangen. Andernfalls wollen die deutschen Strafverfolger in Italien nach Abschluss des dortigen Verfahrens die Auslieferung Strangios beantragen.

Der mutmaßliche sechsfache Mörder war am 12. März im Amsterdamer Vorort Diemen von der Polizei überwältigt worden. Mit ihm ging auch sein Schwager Francesco Romeo den Ermittlern ins Netz. Er gilt als Helfer. Im November 2008 war bereits der zweite mutmaßliche Schütze, Giuseppe Nirta, in Amsterdam verhaftet und nach Italien ausgeliefert worden.

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(dpa/hai/plin)