Mitte der achtziger Jahre haben er und ein paar andere Bauen die "Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall" gegründet und eine fast ausgestorbene Schweinerasse wieder belebt: das Mohrenköpfle, ein Schwein mit weißem Rücken und schwarzem Kopf. Damals gab es noch kaum Biosiegel, aber Bühler und seine Mitstreiter wollten Schweinezucht ohne Antibiotika und Wachstumsförderer, Schweinefleisch hatte einen schlechten Ruf damals.

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Wir sind Helden: ökologisch korrekte Musik. (© Foto: dpa)

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Heute gehören fast 1000 Bauern zur Erzeugergemeinschaft, sie hat einen eigenen Schlachthof mit 200 Metzgern und macht einen Umsatz von 80 Millionen Euro im Jahr. In ganz Süddeutschland kennt man Schwäbisch-Hällisches Fleisch. Bühler hat das nicht gereicht, er will die "Message in ganz Deutschland verbreiten".

Die Auswahl der Künstler hat Bühler nach seinen eigenen Vorlieben vorgenommen. Es ist eine zumindest sehr ungewöhnliche Mischung: Am Freitag, dem ersten großen Festivaltag, hat man den Eindruck, dass viele Besucher nicht wegen der Gruppe Wir sind Helden gekommen, sehr viele aber wegen Nena früher gegangen sind.

Wir sind Helden reden viel zwischen ihren Liedern und machen einige Wortspiele: Sie sprechen von dem Festivalmotto und von einer Bewegung, und fordern dann das Publikum auf, mit den Händen diese oder jene Bewegung mitzumachen. Den Leuten gefällt es, dass die Musiker eine Haltung haben, die aber nicht zu aufdringlich rüberkommt. Das passt gut zum Festival, bei dem die Infostände am Rande stehen und nicht im Weg, wenn man sich ein neues Bio-Bier holen will.

Dort wo am Samstagabend fast 30.000 Menschen stehen, war bis vor kurzem einfach ein Acker, auf dem Bio-Weizen angebaut wurde. Etwa 60 Tonnen Weizen wurden hier vor einigen Wochen geerntet und zu Festival-Brotlaiben verarbeitet, die nun mit einem großen Stück Fleisch dazwischen verkauft werden. Es ist aber nicht alles Bio in Wolpertshausen, der Hubschrauber jedenfalls, mit dem man für 35 Euro einen Rundflug über das Festivalgelände machen kann, fliegt jedenfalls nicht mit Biogas aus den Dixitoiletten.

"Rock for Nature" mit Joe Cocker und den Scorpions

Am Samstag ist Joe Cocker nach Wolpertshausen gekommen, der auch schon in Woodstock dabei war und nun erzählt, wie gerne er seine eigenen Tomaten anbaue und dass er sich nicht erinnern könne, "an einem dermaßen großen Konzert teilgenommen zu haben, das auf das Thema Natur ausgerichtet ist".

Musik sei ein sehr gutes Mittel, um eine Botschaft zu verbreiten. Dies gelte heute für das "Rock for Nature" genauso wie damals für das Festival in Woodstock. Bevor Cocker auf die Bühne geht, erzählt dort Vandana Shiva von ihrem Kampf gegen die Gentechnik in Indien. Shiva hat 1993 den Alternativen Nobelpreis bekommen, von jedem Ticket erhält sie bis zu fünf Euro für ihre Projekte zum Erhalt der Arten- und Saatenvielfalt in Indien.

Mit ihr steht Percy Schmeiser auf der Bühne, ein Bauer aus Kanada, der seit Jahrzehnten gegen die großen Agrarkonzerne und für eine gentechnikfreie Landwirtschaft prozessiert, auch er hat dafür den alternativen Nobelpreis bekommen. "Wenn wir heute nicht aufstehen, dann wird Gentechnik die Landwirtschaft zerstören", sagt Schmeiser. Die Begeisterung für die beiden ist größer als bei Nena.

Die Scorpions, die am Sonntag spielen, haben dem Festival schon Wochen vor ihrem Auftritt eine Grußbotschaft geschickt, die man sich im Internet anschauen kann. Sie loben das Anliegen und weisen darauf hin, dass sie selbst "so sauber" wie möglich essen würden, allein schon weil es sonst die Verdauung schwerer haben könnte und man nie wisse, was genveränderte Nahrung auslösen könne. Man unterstütze den "friedlichen Widerstand der Bauern", sagt Sänger Klaus Meine. Rind of Change gewissermaßen.

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