Gut ein halbes Jahr nach dem Mord an der kleinen Michelle aus Leipzig hat die Polizei den Fall aufgeklärt: Gegen einen 18-Jährigen aus der Nachbarschaft wurde Haftbefehl erlassen.
Der Mord an der kleinen Michelle aus Leipzig ist aufgeklärt. Ein 18 Jahre alter Mann aus der Nachbarschaft hat gestanden, das Kind im vergangenen August umgebracht zu haben. Der Mann wurde bereits am Sonntagabend festgenommen. Er hatte sich in Begleitung seiner Mutter der Polizei gestellt.
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Trauer um Michelle: Auch ihre Mitschüler gedachten des ermordeten Mädchens. (© Foto: dpa)
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Am Montagvormittag hatte die Polizei eine Straße am früheren Wohnort Michelles komplett abgesperrt. Experten der Spurensicherung durchsuchten einen Altbau nur wenige Meter von Michelles Wohnung entfernt.
Nach ersten Aussagen gab der Täter nur zu, die Leiche des Kindes beseitigt zu haben, teilte der Leipziger Kriminaldirektor Uwe Matthias mit. Erst nach einer neuerlichen Befragung habe der junge Mann ein Geständnis abgelegt. Er sei von dem hohen Ermittlungsdruck zu dem Geständnis getrieben worden, sagte Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) am Montag bei einer Pressekonferenz in Leipzig. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl erlassen.
Michelle war am 18. August auf dem Weg vom Schulhort nach Hause verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche in einem Teich entdeckt. Das Kind sei noch am Abend seines Verschwindens getötet worden, sagte Buttolo. "Die sächsische Polizei hatte null Chance, das Mädchen noch lebend zu finden."
Monatelang war die Polizei bei der Suche nach Michelles Mörder im Dunkeln getappt. Während der 202 Tage seit ihrem Verschwinden seien rund 20.000 Spuren und Hinweise abzuarbeiten gewesen, sagte Buttolo. Knapp 10.000 Befragungen seien erfolgt. Auch DNS-Proben von Anwohnern und die Fahndung nach einem "wichtigen Zeugen" mit einem Phantombild hatten nichts ergeben.
Selbst Michelles pinkfarbene Jacke und Tasche konnten trotz zahlreicher Aufrufe in den Medien nicht gefunden werden. Wie die Schülerin getötet wurde, hatte die Polizei nie bekanntgegeben. Auch ob die Achtjährige sexuell missbraucht wurde, blieb unklar. Die Polizei hatte offiziell eine Nachrichtensperre verhängt.
Michelles Familie war wenige Wochen nach der schrecklichen Tat aus Leipzig weggezogen. Ihre Mitschüler waren nach dem Verbrechen von Schulpsychologen betreut worden. Inzwischen sei an der Schule wieder "so etwas wie Normalität" eingekehrt, sagte der Sprecher der Leipziger Bildungsagentur, Roman Schulz.
Noch immer erinnern aber Blumen und ein Foto in einer Gedenkecke an Michelle."Ich persönlich bin froh, dass von Leipzig dieser Alptraum weggenommen worden ist", sagte nun Polizeipräsident Horst Wawrzynski.
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(AFP/AP/dpa/gal/af)
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