Vincent Li soll auf einer nächtlichen Fahrt im Greyhound-Bus seinen Sitznachbarn ermordet und enthauptet haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Er ist des Mordes und der grauenvollen Verstümmelung seines Opfers angeklagt: Der 40-jährige Vincent Li soll seinen Sitznachbarn während einer nächtlichen Busfahrt durch Dutzende Messerstiche getötet und ihn anschließen enthauptet haben - ohne ersichtlichen Grund. Die Tat schockierte Kanada. In den Medien war die Rede vom "Schlächter" vom Greyhound-Bus.

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Noch in dieser Woche soll das Urteil gegen Vincent Li fallen. (© Foto: AP)

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Jetzt hat in Winnipeg (Provinz Alberta) der Prozess begonnen. Vor Gericht plädiert der Angeklagte auf "nicht schuldig".

Bei seiner Festnahme im Sommer des vergangenen Jahres hingegen soll er sich laut Zeugenaussagen zu der Tat bekannt haben. Er soll die Polizei um Vergebung gebeten haben und die Beamten aufgefordert haben, ihn zu töten.

Die grauenvolle Tat geschah im vergangenen Sommer während einer Fahrt im Greyhound-Bus 80 Kilometer westlich von Winnipeg über den Trans-Canada Highway. Den Vorwürfen zufolge habe der Angeklagte Vincent Li seinen Sitznachbarn ohne ersichtlichen Grund angegriffen.

Nach Aussagen von Zeugen enthauptete er die Leiche des 22 Jahre alten Tim McLean und schwang den Kopf vor den Augen der Mitreisenden hin und her. Li soll sein Opfer nicht nur enthauptet, sondern auch Teile von der Leiche abgetrennt und gegessen haben.

Er könnte nach Berichten örtlicher Zeitungen wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit um eine lebenslange Freiheitsstrafe herumkommen. Stattdessen droht ihm eine unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt.

Richter John Scurfield will möglichst schon bis Donnerstag (Ortszeit) das Urteil sprechen. Wen Scurfield in den Zeugenstand bitten wird, war zunächst nicht bekannt. Keiner der Mitreisenden soll gezwungen werden, vor Gericht noch einmal den Horror jener Nacht zu durchleben.

Der 40-jährige ehemalige Zeitungsausträger war im Oktober von Gutachtern als prozessfähig eingestuft worden. Er ist Medien zufolge in psychiatrischer Behandlung.

Vor der Tat galt Li als "netter Kerl". Sein Arbeitgeber lobte ihn dafür, dass "er gute Arbeit für uns gemacht" hat. Li selbst hat sich zu einem möglichen Motiv bisher nicht geäußert.

Derweil besteht die Familie des Opfers darauf, dass Li lebenslang hinter Gitter kommt. McLeans Mutter erhob vor einem Zivilgericht Anklage gegen Li, die Busgesellschaft, die kanadische Polizei und die kanadische Regierung.

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(dpa/hai/bosw)