Mode Barack Obamas Acht-Jahre-Smoking

Barack Obama soll acht Jahre lang den gleichen Anzug bei offiziellen Anlässen getragen haben - während seine Frau Michelle Obama sich für jedes Bankett über die Kleiderwahl intensiver Gedanken machen musste.

(Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP)

Während Michelle Obamas Kleider genauestens inspiziert wurden, ging den Modekritikern durch, dass ihr Ehemann es sich sehr leicht gemacht hat - und auf Banketten während seiner ganzen Präsidentschaft das immergleiche Modell trug.

Was ist passiert?

Michelle Obama war in ziemlicher Plauderlaune bei der Apple-Entwicklerkonferenz im kalifornischen San Jose. Sie sprach nicht nur über den Klimawandel und weibliche Führungskräfte in der Tech-Industrie, sondern verriet den Besuchern auch ein Geheimnis über ihren Ehemann: Der habe bei allen Staatsbanketten im Weißen Haus stets den gleichen Smoking getragen. "Die Leute haben Fotos von meinen Schuhen gemacht, von meinen Armbändern, meinen Halsketten, haben aber nie kommentiert, dass mein Mann acht Jahre lang den gleichen Anzug und die gleichen Schuhe getragen hat", sagte die ehemalige First Lady.

Warum interessiert uns das?

Weil es erschreckend ist, dass Barack Obama während seiner Präsidentschaft "und täglich grüßt der gleiche Anzug" spielen konnte, ohne dass es jemand bemerkte, die Kleider der First-Lady dagegen stets genauestens inspiziert - und mitunter kritisiert - wurden. Blogger und Modekritiker waren zwar in den meisten Fällen mehr als begeistert über die Stilsicherheit Michelle Obamas (einige schrieben sogar, sie trete Jackie Kennedys Erbe an und bezeichneten sie als Michelle O.). Trotzdem: Eine First Lady steht bei der Kleiderwahl ohnehin schon unter Druck, Michelle Obama stand es noch mehr ob ihrer glamourösen Auftritte, etwa vergangenen Oktober im roségoldenen Versace-Kleid beim Staatsbankett mit dem italienischen Ministerpräsidenten. Wer so häufig so viel Stilsicherheit beweist, für den wird die Latte beim nächsten Mal noch höher gelegt.

Warum ist die Kleidung der First Lady wichtiger als die des Präsidenten?

Unterschwellig wollte Michelle Obama wohl genau diese Frage aufwerfen. Die frühere First Lady entlarvt die fehlende Geschlechtergerechtigkeit in modischen Fragen zwar mit einem Augenzwinkern, führt die ach so talentierten Modekritiker damit aber auch ein wenig vor. Schließlich haben sie nicht bemerkt, dass ihr Mann sich über seine Kleiderwahl wenig Gedanken machte - und das deshalb, weil alle damit beschäftigt waren, seine Frau zu begutachten. Die im übrigen ihre Kleider nach einem Mal tragen nicht direkt entsorgte, sondern sie durchaus noch ein zweites Mal trug - allerdings eher nicht zu offiziellen Staatsbanketten im Weißen Haus.

Acht Jahre, ein Smoking

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Was sagt der Ex-Präsident dazu?

Immerhin hat er das Desinteresse an seiner Kleidung selbst bemerkt. Als Michelle Obama besagtes roségoldenes Modell bei dem Bankett trug, soll er zum italienischen Regierungschef Matteo Renzi gesagt haben: "Niemand interessiert, was wir anhaben". Wie wahr, wie wahr.

Wie Michelle Obama bei der Konferenz erzählte, war ihr Ehemann sogar stolz darauf, dass er den immer gleichen Anzug tragen konnte. Vor den Auftritten zog er seine Frau gerne auf: "Also ich bin in zehn Minuten fertig - wie lange brauchst du noch?" Menschlich, dass auch eine First-Lady in so einem Augenblick nur einen Gedanken hatte - und ihn auf der Bühne bei der Apple-Konferenz auch gerne mit der breiten Öffentlichkeit teilte: "Ich dann nur so: Hau ab!"