Missbrauchsopfer in den USA Jesuiten zahlen 50 Millionen Dollar Entschädigung

Ein Jesuitenorden in Alaska zahlt Medienberichten zufolge 50 Millionen Dollar an Personen, die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche geworden sind.

110 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche im US-Staat Alaska sollen mit 50 Millionen Dollar (34 Millionen Euro) entschädigt werden. Dies gab der Anwalt der Kläger, Ken Roosa, der Zeitung Anchorage Daily News zufolge am Montag bekannt. Der betroffene Jesuitenorden im Nordwesten der USA hat die Summe allerdings noch nicht bestätigt.

Reverend John D. Whitney sprach von einer vorläufigen Einigung. "Viele Punkte" müssten noch geklärt werden. Roosa verwies auf eine schriftliche Bestätigung über eine außergerichtliche Einigung auf die Millionensumme.

Die Vorwürfe gegen fünfzehn Geistliche gehen bis in die frühen 60er Jahre zurück. Die meisten Verbrechen sollen in entlegenen Küstendörfern und in Siedlungen entlang des Yukon-Flusses in Alaska stattgefunden haben.

Die Priester hätten Jungen und Mädchen der dortigen Indianerstämme über Jahre hinweg sexuell missbraucht. Ein Geistlicher soll sich an einem sechsjährigen Mädchen vergangen haben, ein anderer habe 39 Jungen missbraucht.

Im September hatte sich die katholische Diözese in San Diego (Kalifornien) mit 140 Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche auf eine Entschädigung von knapp 200 Millionen Dollar (136 Millionen Euro) geeinigt. Die Erzdiözese von Los Angeles sagte im Juli über 500 Männern und Frauen, die als Kinder von pädophilen Priestern missbraucht worden waren, eine Entschädigung in Höhe von 660 Millionen Dollar (475 Millionen Euro) zu.

In die bis dahin größte Entschädigungssumme hatte 2003 die Diözese von Boston eingewilligt. Sie zahlte 300 Männern, die nach eigenen Angaben von Priestern missbraucht worden waren, 85 Millionen Dollar.