Miss Atom-Wahl Strahlende Schönheiten

In Russland wird das schönste Gesicht der Atomindustrie gewählt. Eine Imagepolitur: Die Wahl zur Miss Atom läuft bisher völlig demokratisch ab.

Von Frank Nienhuysen, Moskau

Russlands Atomindustrie ist verschwiegen wie ein Grab, aber ihre schönsten Frauen dürfen sich manchmal so offen herausputzen wie die Interkontinentalrakete Topol-M bei der Siegesparade auf dem Roten Platz. Ist Swetlana Olowjannikowa die hübscheste, eine Blondine von Elemasch, das Brennstoff für Kernkraftwerke herstellt? Oder die braunhaarige Rosa, Kyrowa mit Nachnamen, 30 Jahre alt und Angestellte bei Atomenergoprojekt?

Kernig: Julia Nagajewa, Russlands Miss Atom 2008.

(Foto: Foto: oh)

Reine Geschmackssache, und wer immer sich entscheiden kann, darf bis Anfang März im Internet sein Votum abgeben - zur Wahl der Miss Atom 2009. So viel Mitbestimmung gibt es selten in russischen Nuklearbetrieben.

Zwischen Nachrichten über Dampfturbinen für schwimmende Atomkraftwerke und seegestützte Raketentests hat die Internetseite nuclear.ru einigen Platz eingeräumt für die diesjährige Miss-Wahl. "Wir freuen uns auf die charmanten und faszinierenden Vertreter aus Russland, Kasachstan, Weißrussland, der Ukraine und anderen Staaten", erklärte Projektleiter Ilja Platonow.

Hauptsponsor ist Atomenergoprom, eine staatliche Holding von fast 90 Nuklearbetrieben, die für den zivilen Sektor der russischen Atomindustrie zuständig ist. Sie kümmert sich auch um den Bau von Atomkraftwerken im Ausland, und so kann die lukrative Außenwerbung zumindest keinen Schaden anrichten. Russland ist bei den Atomexporten gut im Geschäft, muss aber im Westen immer wieder Zweifel an den Standards zerstreuen.

Der Standard bei der Miss-Wahl in den fünf vergangenen Jahren war ohne Zweifel sehr hoch. Im vergangenen Jahr gewann Julia Nagajewa, Mitarbeiterin beim Brennstoff-Lieferanten Twel. Sie erhielt eine Reise nach Italien. Die diesjährige Miss Atom wird für eine Woche auf Kuba stationiert.

Strahlendes Lächeln

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