Ein Enkel des Getty-Öltycoons ist im Alter von 54 Jahren gestorben. An seinem Schicksal zerbrochen war John Paul Getty III., einst Opfer einer spektakulären Entführung, viel früher.
John Paul Getty III. erlangte erstmals 1973 traurige Berühmtheit, als Opfer in einem spektakulären Entführungsfall. Der damals 17-jährige Sprössling der Getty-Öldynastie wurde in Rom von Mafiosi entführt. Als sein Großvater Jean Paul sich weigerte, die geforderten drei Millionen Dollar Lösegeld zu zahlen, schnitten die Entführer dem Jungen das rechte Ohr ab und schickten es einer Zeitung. Erst da ließ sich der Öl-Tycoon umstimmen und zahlte die geforderte Summe - nicht ohne anschließend von seinem Enkel eine Rückzahlung samt der Zinsen zu verlangen.
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John Paul Getty III. 1973 nach seiner Freilassung. Seine Entführer wurden nie gefasst. (© Getty Images)
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Nun ist der Milliardärsenkel, der nach einer Herionüberdosis 30 Jahre lang fast vollständig gelähmt an den Rollstuhl gefesselt und angeblich taub und blind war, im Alter von 54 Jahren im britischen Buckinghamshire gestorben, berichtete die Londoner Tageszeitung The Independent.
Der "unglücklichste Milliardär der Welt" (Bild) konnte sich offenbar nie von seinem fünfmonatigen Martyrium in der Gewalt der Entführer erholen. Gettys Großvater Jean Paul wurde 1957 - da war John Paul gerade mal ein Jahr alt - vom Magazin Fortune zum reichsten Mann der USA und somit der Welt gekürt.
Der Enkel wuchs mit seiner geschiedenen Mutter auf einem Schloss in Italien auf, umgeben von Hippies und Friedensaktivisten, und kam schon früh mit harten Drogen in Berührung.
Als Getty 1974 die deutsche Fotografin Gisela Zacher heiratete, wurde er - wie bereits zuvor sein Vater - vom Familienoberhaupt Jean Paul enterbt. Aus der Ehe ging der Sohn Balthazar hervor, der als Schauspieler arbeitet und 2008 mit einer außerehelichen Affäre mit Kollegin Sienna Miller für Schlagzeilen sorgte.
Ex-Kommunarde Rainer Langhans, ein Freund Zachers, kommentierte den Tod des Getty-Enkels nach Informationen der Bild-Zeitung mit folgenden Worten: "Er war ein sehr kluger Mensch, aber er zerbrach an der Kaltherzigkeit seiner Familie und war in die Drogen geflüchtet".
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/kat/cag)
Kapitalabzug aus Südeuropa
ZUr Entführung folgendes aus dem Wikipedia-Artikel:
"Der Großvater, Jean Paul Getty (1892–1976), weigerte sich zunächst, die anfänglich geforderten 17 Millionen Dollar Lösegeld zu bezahlen, da er eine durch den Enkel inszenierte Entführung vermutete: "Ich habe 14 Enkel und wenn ich nur einen Penny Lösegeld bezahle habe ich 14 gekidnappte Enkel.". Die Entführer schnitten John Paul daraufhin ein Ohr ab, schickten es an eine römische Zeitung und drohten damit JPG III in dieser Art "stückweise" freizulassen, wenn das Lösegeld nicht bezahlt würde. Der Großvater lieh daraufhin seinem Sohn, der als Angestellter in der Firma seines Vaters außer seinem Gehalt kein größeres Vermögen hatte, eine größere Geldsumme, die er sich von diesem zu 4 % verzinsen ließ. An die Kidnapper wurde schließlich eine Summe von 2,89 Millionen Dollar bezahlt, woraufhin das Entführungsopfer in einem stark abgemagerten Zustand freigelassen wurde. Er war fünf Monate in der Hand seiner Entführer gewesen."
Sein Bruder ist übrigens Gründer von Getty Images...
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... wenn man durch solche familiären verhältnisse nicht hochgradige psychische schädigungen erfährt, dann weiss ich auch nicht mehr. hoffentlich geht es ihm dort besser, wo auch immer er gerade ist -- und jean paul möge ein paar jahrhunderte in der hölle schmoren.