Tote Kinder und Tiere

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Doch die chinesischen Behörden hatten sich geweigert. "Ich glaube, die erste Neigung war, den Mantel des Schweigens darüber auszubreiten und ohne einen offiziellen Rückruf mit der Sache umzugehen", so Clark.

In der Tat hatten betroffene Eltern schon im März bei der Firma und örtlichen Behörden protestiert. Ein 40-jähriger Vater namens Wang Yuanping hatte am 21. Mai im Internet von einem "Albtraum" berichtet, nachdem er mit seinen Beschwerden abgeblitzt war.

Nachdem der Eintrag in dem populären Internetportal "Tianya" aufgetaucht war, hatten sich Mitarbeiter von Sanlu bei Wang gemeldet und ihm Milchprodukte im Werte von 2476,80 Yuan versprochen, wenn er seinen Protest zurückziehe. Der Eintrag im Internet war daraufhin gelöscht worden. Diskussionen des Vorfalls waren am Sonntag noch im Internet zu finden. Erst am Montag wurden sie gelöscht, offenbar von Chinas Internet-Zensoren.

Für Chinas Regierung ist der jüngste Milchpulver-Skandal besonders peinlich, weil sie im Vorfeld und während der Olympischen Spiele versucht hatte, Bedenken im Ausland über die Sicherheit chinesischer Nahrungsmittel mit einem endlosen Bombardement aus beschwichtigenden Medienberichten zu zerstreuen. So war auch Sanlu vom Staatsfernsehen CCTV in einem "investigativen Bericht" seiner Serie "Made in China" als besonders verantwortungsbewusster Hersteller gepriesen worden.

Es ist allerdings nicht Chinas erster Milchpulverskandal. 13 Säuglinge waren im Jahr 2004 gestorben, weil ihr Milchpulver so sehr gestreckt war, dass es keinerlei Nährwert mehr enthielt. Als die akut unterernährten Säuglinge von ihren Müttern ins Krankenhaus gebracht wurden, kam für viele jede Rettung zu spät. Anschließend hatte es immer wieder ähnliche Fälle gegeben.

Der Einsatz von Melamin hatte auch schon zu Irritationen zwischen China und den USA geführt, nachdem dort Tausende Hunde und Katzen an aus China importiertem Tierfutter verendet waren. Auch in diesem Fall wurden Chinas Behörden erst aktiv, als es Proteste aus dem Ausland gab.

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  1. Tödliches Risiko für den olympischen Frieden
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(SZ vom 16.09.2008)