Er ist erst elf Jahre alt - und will als jüngster Matador einen zweifelhaften Rekord aufstellen: Dafür hat Michelle "Michelito" nun sechs Jungstiere getötet.

Kämpfen wie die Großen: Die Familie von Michelle "Michelito" hat ehrgeizige Ziele für den Elfjährigen. Der mexikanisch-französische Junge steht in der Stierkampfarena, seit er vier Jahre alt ist. Jetzt soll er als jüngster Matador der Welt einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde bekommen.

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Umstrittener Kinderstar: Michelle "Michelito" Lagravere, weltjüngster Matador. (© Foto: AFP)

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Am Samstag hat er denn auch in der mexikanischen Stadt Merida seinen Rekord aufgestellt: Er tötete sechs Jungstiere, die ein durchschnittliches Gewicht von 200 Kilogramm hatten. "Ich bin so glücklich, dass mir dieser Sieg gelungen ist", sagte Michelito, als er die Arena verließ. Für das umstrittene Spektakel kam die offizielle Erlaubnis in letzter Minute - entgegen der Proteste von Kinderschutzorganisationen und Stierkampfgegnern.

Die Kommission für Menschenrechte, das Bürgermeisteramt und die Staatsanwaltschaft zum Schutze Minderjähriger hatten den Auftritt des Knirpses zuvor untersagt. Allerdings hob die Staatsanwaltschaft das Verbot auf, nachdem Michelitos Vater Klage einreichte.

Der kleine Torero wurde am Samstag von rund 3500 Zuschauern begeistert gefeiert und auf den Schultern aus der Arena der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Yucatán getragen. Der Junge habe keine einzige Verletzung davongetragen, hieß es in einem Bericht der Zeitung El Universal.

Ein Matador beginnt zunächst als Novillero. In dieser Zeit kämpft er mit Jungstieren. Hat er genügend Corridas bestritten, steigt er in den Rang eines Matador auf.

Der elfjährige Michelle ist in der Welt des Stierkampfes bereits ein Star. Schon seit er vier Jahre alt ist, steht er in der Arena. Auf den Geschmack kam er über seinen Vater, der selbst Torero ist. Sein erstes Stierkalb tötete er mit sechs. Insgesamt ist er laut Daily Mail bereits gegen 56 Stiere angetreten. Weil man in Spanien mindestens 16 Jahre alt sein muss, um gegen die Stiere anzutreten, kämpft Michelito hauptsächlich in Lateinamerika.

Auf Kritik reagiert der Elfjährige mit Trotz: "Die Gegner des Stierkampfes sollten ihre Nasen nicht in Dinge stecken, die sie nicht mögen", zitiert ihn die BBC im Vorfeld seines Rekordversuches. "Keiner zwingt sie dazu, Stierkämpfe anzuschauen. Es wäre als ob ich einem Jungen, der Motocross macht, das verbieten würde. Das nervt."

Im vergangenen Jahr sorgte Michelito für jede Menge Aufruhr in Frankreich. Stierkampfgegner hatten eine große Kampagne gegen seine Auftritte gestartet. Sie hatten sich dafür unter den Jungstars gezielt Michelito ausgesucht. Denn ihrer Ansicht nach nehme Michelito an Stierkämpfen ausschließlich mit dem Ziel teil, "um zu töten".

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(sueddeutsche.de/dpa/hai)