Aufatmen in Mexiko: Hurrikan "Dean", der schwerste Wirbelsturm in dem Land seit 19 Jahren, hat weniger Schäden verursacht als befürchtet. Doch auch wenn der Sturm sich abgeschwächt hat: Gebannt ist die die Gefahr damit noch nicht.

Der schwerste Hurrikan seit 19 Jahren hat in Mexiko offenbar weniger Schäden verursacht als befürchtet. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern in der Stunde fegte der Wirbelsturm "Dean" am Dienstag über die Halbinsel Yucatán, schwächte sich über Land aber schnell ab. Das US-Hurrikanzentrum stufte "Dean" deshalb von Kategorie fünf auf drei herunter.

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Erleichtert registrierten die Behörden, dass "Dean" das Festland am Morgen in einer relativ dünn besiedelten Region nahe der Grenze zum kleinen Nachbarland Belize erreichte. Die Ferienzentren bei Cancún blieben weitgehend verschont.

Auf mehreren Inseln in der Karibik waren zuvor zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Wucht des Sturms hatte sich auf dem Weg von Jamaika und den Cayman-Inseln so sehr verstärkt, dass das US-Hurrikanzentrum den Sturm am Montagabend in die höchste Kategorie 5 hochstufte, die bei 249 Kilometern in der Stunde beginnt.

In Chetumal, der Hauptstadt von Quintana Roo, wurde am Dienstag der Notstand ausgerufen. Die Stromversorgung fiel aus, Flughäfen und Zufahrtswege wurden gesperrt. Rund 2600 Sicherheitskräfte sollten Plünderungen vorbeugen. Aus den gefährdeten Regionen waren schon am Vortag rund 20.000 Urlauber und Anwohner in Sicherheit gebracht worden, die meisten nach Chetumal.

Die staatliche Ölgesellschaft PeMex brachte vor der Ankunft des Sturms mehr als 18.000 Arbeiter im Sicherheit. Evakuiert wurden unter anderem die Förderanlagen im Ölfeld Cantarell. PeMex beschloss, die Produktion der Ölförderplattformen im Meer einzustellen. Der mexikanische Präsident Felipe Calderon kündigte an, seinen Besuch in Kanada vorzeitig beenden zu wollen.

In Belize, südlich von Yucatán gelegen, wurden die Ferienorte Caye Caulker und Ambergris Caye evakuiert. Die Bürgermeisterin der Stadt Belize rief alle 50.000 Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Stadt habe nicht genug Schutzräume, um dem Hurrikan zu widerstehen.

Drei Krankenhäuser wurden geräumt und nach Belmopan gebracht - diese Stadt wurde nach dem schweren Hurrikan "Hattie" im Jahr 1961 gegründet. Vielerorts patrouillierten Polizisten und Soldaten, um eine Ausgangssperre zu überwachen. Die verbliebenen Einheimischen suchten in Notunterkünften Schutz, Touristen verschanzten sich in ihren Hotelanlagen.

Es ist noch nicht vorbei

Die Meteorologen befürchteten, dass der Sturm beim Überqueren des warmen Golfs von Mexiko erneut an Wucht gewinnen könnte. Auch im US-Staat Texas wurden Vorkehrungen für eine mögliche Ankunft des Hurrikans getroffen. "Unsere Aufgabe ist sehr einfach", sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Cameron, Johnny Cavazos. "Wir müssen die Leute aus der Kill-Zone herausbekommen."

Die Vereinten Nationen begannen derweil mit der Entsendung von Hilfe in die Karibikstaaten Jamaika und Belize. Zudem stellte sie finanzielle Hilfen für von "Dean" betroffene Länder in Aussicht.

In Jamaika begannen die Menschen mit den Aufräumarbeiten. Bei dem Sturm wurden auf der Insel Bäume und Strommasten umgeknickt, es gab Überschwemmungen. Unzählige Straßen im ganzen Land waren unpassierbar. Insgesamt waren die Schäden aber auch hier weniger groß als befürchtet.

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(Reuters/dpa/AFP/AP)