Mexikanische Band Kombo Kolombia Leichen von Musikern in Brunnen gefunden

In dieser Bar in Hidalgo, Nuevo León, sollte die Band auftreten.

(Foto: REUTERS)

Die mexikanische Polizei hat die Leichen von mindestens zwölf Mitgliedern der Musikband Kombo Kolombia in einem Brunnen gefunden. Die Musiker galten seit dem vergangenen Wochenende als vermisst.

Nach der rätselhaften Entführung einer Musikband im Norden Mexikos sind die Leichen von mindestens zwölf Menschen gefunden worden. Sie lagen in einem Brunnen auf einer verlassenen Farm. Angehörige der Opfer konnten bisher vier der Toten als Mitglieder der vermissten Band Kombo Kolombia identifizieren.

Dabei handelt es sich um einen Sänger, einen Saxophonisten, einen Bühnentechniker sowie den kolumbianischen Keyboarder. Alle vier wurden offenbar erschossen, ihre Leichen wiesen zudem Folterspuren auf. Auch bei den anderen Opfern handelt es vermutlich um vermisste Band-Mitglieder.

Bewaffnete Männer hatten in der Nacht zum vergangenen Freitag eine Party in dem entlegenen Ort Hidalgo gestürmt und 14 Mitglieder der Band sowie vier ihrer Helfer verschleppt. Angehörige der Band gehen davon aus, dass die Musiker noch vor Beginn des Konzerts verschleppt worden sind.

"Niemand ging an sein Handy, doch machten wir uns zunächst keine Sorgen, da wir dachten, sie hätten keinen Empfang", sagte ein Angehöriger. Als sie sich schließlich auf die Suche machten, fanden sie nur die Fahrzeuge der Band. Der Bauernhof, in dem der Auftritt stattfinden sollte, sei menschenleer gewesen, berichtete der Verwandte weiter. "Die Türen standen offen, von Kombo Kolombia und ihren Instrumenten aber fehlte jede Spur."

Entführungsopfer gelingt die Flucht

Einer der Musiker konnte später fliehen und führte die Polizei am Sonntag zu dem Brunnen im benachbarten Mina, in dem die zwölf Leichen lagen. Der Hintergrund der Tat ist noch völlig unklar.

Wie viele andere mexikanische Bundesstaaten leidet auch Nuevo León unter wachsender Drogengewalt. Im Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Kartellen, der Polizei und der Armee wurden seit 2006 mindestens 70.000 Menschen getötet.

Auch Musiker gehören immer wieder zu den Opfern von Drogenbanden. Dabei trifft es vor allem Gruppen, die auf "Narcocorridos" spezialisiert sind - Lieder, in denen die Taten von Drogenbaronen verherrlicht werden. Kombo Kolombia war allerdings auf eine kolumbianische Musikart namens Vallenato spezialisiert. Die Mitglieder stammten vorwiegend aus Nuevo León und traten gewöhnlich in Bars und Clubs der Industriestadt Monterrey auf.